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Heilbronn

Neun Jahre Haft für Angriff auf zwei Polizisten

Mit Küchenmessern stach ein Syrer auf zwei Polizisten ein. Schüsse stoppten ihn. Wegen versuchten Totschlags muss er neun Jahre ins Gefängnis.

08.04.2016
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn. Das Landgericht Heilbronn hat einen 29-Jährigen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt. Der geduldete Asylbewerber war im Juli 2015 über eine ungesicherte Seitentür in einen Polizeiposten eingedrungen, wo er Beamte mit zwei Küchenmessern angegriffen hatte.

Der Staatsanwalt hatte das Verbrechen eher als "spontane Tat" eingestuft und auf acht Jahren Haft plädiert. Allerdings hatte der aus Syrien stammende Chemiker neben den Messern auch einen Hammer bei sich. Im Prozess hatten Verwandte ausgesagt, dass er mehrfach von Gewaltaktionen gegen Behörden aus Verärgerung über missliebige Entscheidungen gesprochen habe. Dabei habe er auch angekündigt, Menschen töten zu wollen.

"Der wollte uns kalt und emotionslos abstechen", hatte eines der Opfer im Gericht erklärt. Der Beamte war von Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Er feuerte auf den Angreifer sechs Schüsse ab, nachdem dieser auch einen Kollegen leicht verletzt hatte. Die Anwälte der Opfer sahen darin den "unbedingten Vernichtungswillen" eines Mannes, der seit 2012 vom deutschen Staat unterstützt werde, sich aber nicht an Regeln halten könne. Nach Ansicht der Anwälte hätte der Täter wegen versuchten Mordes mindestens eine zehnjährige Haftstrafe erhalten müssen. Die Entschuldigung des Angeklagten ("Wir sind alle Brüder auf der Erde, wir sind Brüder in diesem Land") lehnten die Polizisten ab.

Der Verteidiger von Mohamad B. warf den Beamten Übertreibungen vor. Mehr als sieben Jahre Haft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hielt er nicht für angemessen.

Der 29-Jährige war wegen eines Strafbefehls wegen Widerstands gegen Polizisten aufs Revier gekommen. Der Beamte erklärte sich aber für nicht zuständig und schickte den Bittsteller weg. In seiner Wut wollte er die erstbeste Tür eintreten, die - anders als jene daneben - gesichert war.

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08.04.2016, 06:00 Uhr

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