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Wachsen und schrumpfen

Neustetten und Bobritzsch feiern 15 Jahre Partnerschaft

NEUSTETTEN (mi). Der große Elan der Nach-Wendezeit ist verflogen, aber auf niedrigem Niveau pflegt Neustetten weiterhin seine Kontakte mit der sächsischen Gemeinde Bobritzsch. Am Sonntag fährt eine 48-köpfige Delegation vom Stäble für drei Tage zum Partnerschafts-Fest ins Erzgebirge.

29.09.2006

Die Initiative für eine kommunale Partnerschaft ging vom damaligen Bürgermeister Rudi Maier aus. Schon im Januar 1990, zwei Monate nach der Öffnung der Berliner Mauer, fasste der Neustetter Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss. Maier reiste dann privat in die damalige DDR und nahm Kontakte auf. Seine Vorgabe: Evangelisch sollte die Gemeinde sein, ländlich geprägt und etwa so groß wie Neustetten. Am Rande des Erzgebirges wurde er fündig: in Oberbobritzsch.

Das 1700-Einwohner-Dorf verfügte damals noch über die legendären sozialen Einrichtungen der DDR (Ganztags-Kinderkrippe, Gemeindeküche, Freibad). Aber auch die Schattenseiten waren sichtbar: Umweltbelastung durch die nahe gelegene Industrie, drohende Entlassungen in der Landwirtschaft.

Bald entwickelte sich ein reger, ja herzlicher Austausch – auf offizieller Ebene ebenso wie zwischen Schulen, Vereinen und Privatpersonen. Am 30. November 1991 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. Die Intensität ist mittlerweile abgeflaut. „Das relativiert sich mit der Zeit“, sagt der Neustetter Bürgermeister Gunter Schmid nüchtern. „Drei, vier Mal im Jahr“ telefoniere er mit seinem Bobritzscher Kollegen Volker Haupt (Oberbobritzsch schloss sich 1994 mit drei weiteren Dörfern zur Gemeinde Bobritzsch zusammen). Am engsten sind die Kontakte noch zwischen den Grundschulen, die sich jedes Jahr gegenseitig besuchen.

Umso erfreulicher findet es Schmid, dass am Sonntag 48 Neustetter/innen mit dem Bus nach Bobritzsch fahren wollen – zehn Gemeinderäte, die Nellingsheimer Feuerwehr (die so ihren Jahresausflug verbringt) und einige weitere Leute. Am Sonntag Abend wird das 15-jährige Bestehen der Partnerschaft offiziell gefeiert. Auch aus zwei Gemeinden in Bayern und in Niedersachsen, die ebenfalls Partnerschaften mit sächsischen Dörfern eingegangen sind, werden Gäste erwartet. Schmid: „Das wird ein Vier-Länder-Treffen.“

Am Montag stehen ein Rundgang durch Bobritzsch und ein Ausflug nach Dresden auf dem Programm, am Dienstag geht es nach Frühschoppen und Nationalfeiertagsfest zurück ins Schwäbische.

In vieler Hinsicht haben sich die Gemeinden in den 15 Jahren aneinander angeglichen. 1990 nahm die damalige Oberbobritzscher Bürgermeisterin noch „sichtlich gerührt“ Rudi Maiers Gastgeschenk entgegen, berichtete das TAGBLATT – „eine nagelneue elektrische Schreibmaschine“. Heute dagegen „haben die dort die gleiche EDV-Ausstattung wie wir“, sagt Gunter Schmid.

Aber es gibt auch große Unterschiede: Neustetten ist schuldenfrei, Bobritzsch ist hoch verschuldet. Und im Stäble wächst die Einwohnerzahl, während die sächsische Gemeinde seit Jahren Einwohner verliert.

Auch wenn die Kontakte dünner werden, kommt ein Abbruch für Schmid nicht in Frage. „Für uns erwachsen ja keinerlei Verpflichtungen aus der Partnerschaft. Die Ausgestaltung kommt immer auf die jeweiligen Akteure an.“

Neustetten und Bobritzsch feiern 15 Jahre Partnerschaft
Damals war man noch in der Kennenlern-Phase: Schon im Oktober 1990, ein Jahr vor der Unterzeichnung der Partnerschafts-Urkunde, reiste eine Delegation aus dem Stäble nach Sachsen. Vor dem Sport-Casino in Oberbobritzsch begrüßte Bürgermeisterin Heidemarie Stumpp (ganz links) unter anderem den Neustetter Gemeindepfleger Hans Braun (erster in der Reihe), Rektor Martin Kuohn (mit Kamera) und Bürgermeister Rudi Maier (rechts). Einige Monate später zog die 38-jährige sächsische Bürgermeisterin selbst nach Westdeutschland.

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29.09.2006, 12:00 Uhr

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