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„Nicht alles neu machen“
Ralf Stegner ist der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Foto: Bodo Schackow/dpa
SPD

„Nicht alles neu machen“

Vizechef Ralf Stegner sieht großen Erneuerungsbedarf in seiner Partei. Doch im Interview warnt er vor Mutlosigkeit.

02.03.2018
  • MATHIAS PUDDIG UND ANDRé BOCHOW

Berlin. In der Partei steht Ralf Stegner links, für die Große Koalition warb er trotzdem. Wie das zur Erneuerung der SPD passt, erklärt der SPD-Vizechef aus dem Norden im Interview.

Nach der Wahl gingen Sie davon aus, dass die SPD Oppositionspartei wird. „Folgerichtig“ nannten sie das. Warum ist es jetzt folgerichtig, dass die Erneuerung der Partei auch mit Regierungsbeteiligung funktioniert?

Wir hatten alle damit gerechnet, dass Jamaika klappt. Stattdessen sind sie überraschend am Egoismus gescheitert. Nun muss die SPD Verantwortung übernehmen, auch wenn sich manche daran gewöhnt haben, Parteireformen aus der Opposition heraus für leichter zu halten. Das ist aber nicht automatisch so. Opposition kann manchmal sehr lange währen. Ich spreche übrigens lieber von Parteireform als von Erneuerung. Wir müssen nicht alles neu machen, in Teilen müssen wir auch einfach das tun, was wir immer schon sagen. Dass zukünftig – wenn es denn so kommt – mit der Bündelung von Fraktions- und Parteivorsitz ein wesentliches Machtzentrum der Partei außerhalb der Regierung liegen würde, wird der Reform helfen.

Zeigt die Achterbahnfahrt der vergangenen Monate nicht, dass kaum jemand weiß, wofür die SPD steht?

Ich halte die Orientierung an anderen Parteien und an möglichen Koalitionen grundsätzlich für falsch. Ich habe Leidenschaft nur für meine eigene Partei und nur für die werbe ich. Nur wer aus sich heraus stark wird, bekommt Optionen. Unser Anspruch ist: Wir sind die Volkspartei Mitte-Links, die der Volkspartei Mitte-Rechts Paroli bietet und mit ihr um Platz 1 kämpft.

Was halten Sie von der Idee einer linken Sammlungsbewegung, die Oskar Lafontaine vorschlägt?

Wenn Separatisten von Sammlungsbewegungen reden, wäre ich vorsichtig. Ich halte davon gar nichts. Mich freuen die Umfragen auch nicht. Aber mit Verzagtheit und Mutlosigkeit sollte man keine Führungsämter anstreben. Ich will dazu beitragen, dass die Partei wieder stark wird.

Der Mitgliederentscheid wird wohl ein knappes Ergebnis bringen. Hält das die SPD aus?

Klar. Das ist ein ganz normaler demokratischer Vorgang. Wir streiten leidenschaftlich über den besten Weg und akzeptieren am Ende die Mehrheitsentscheidung. Und ich bin sicher, dass nach dem Votum jedem, oder sagen wir fast jedem, klar ist, dass unsere Gegner außerhalb der Partei zu suchen sind.

Und wie geht es aus?

Ich glaube, dass am Ende eine Mehrheit der Mitglieder sagen wird, dass wir den Koalitionsvertrag gut verhandelt haben und dass es sich lohnt, in die Regierung einzutreten. Mathias Puddig und André Bochow

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02.03.2018, 06:00 Uhr

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