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Kommentar zur türkischen Wirtschaft

Nicht mehr berechenbar

14.01.2017

Von HELMUT SCHNEIDER

Es ist noch nicht lange her, dass die Türkei ehrfurchtsvoll als anatolischer Tiger und im Zusammenhang mit ihrem Wirtschaftswachstum gleich hinter dem chinesischen Drachen genannt wurde. Einen ähnlich starken Aufschwung – vor fünf Jahren noch zehn Prozent Wachstum – wie am Bosporus gab es in keinem anderen Land vergleichbarer Größe.

Der politische Aufstieg von Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist ohne diesen ökonomischen Erfolg nicht denkbar. Droht ihm jetzt, da die türkische Wirtschaft schwächelt und die Währung regelrecht einbricht, auch politischer Niedergang?

So weit mag man nicht spekulieren. Fakt aber ist, dass der Schwächeanfall der Lira der Ausdruck dafür ist, dass Erdogans antidemokratischer Kurs auch und gerade dort Wirkung zeigt, wo man gemeinhin nur kühles geschäftliches Kalkül vermutet: in der Wirtschaft.

Natürlich treffen die Terror-Anschläge den Tourismus. Aber dass Investoren Geld aus dem Land abziehen beziehungsweise nicht mehr in der Türkei investieren, lässt sich damit nicht mehr erklären.

Nein, Erdogans politischer Kurs ist inzwischen zu einer schweren Bürde für das wirtschaftliche Wohlergehen seines Landes geworden. Investoren wollen Sicherheit und Berechenbarkeit. Die vermag die Türkei heute nicht mehr zu garantieren.

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Erstellt:
14. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2017, 06:00 Uhr

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