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Bahn-Projekt „Stuttgart 21“

Nicht nachvollziehen

Das Bahn-Projekt „Stuttgart 21“ hat nicht nur Kritiker wie den Grünen-Abgeordneten Winfried Hermann.

07.02.2010

Als sehr häufiger Bahnfahrer kann ich die Argumente von Winfried Hermann gegen Stuttgart 21 in keiner Weise nachvollziehen. Der „funktionierende Kopfbahnhof“ mit integrierten Taktfahrplan zerschlagen. . . – gerade für Tübingen ist das ein Hohn. Zum Beispiel von Tübingen nach Karlsruhe ist die schnellste Verbindung eine Stunde und 56 Minuten mit IC, mit 17 Minuten Wartezeit. Mit Regionalzügen sind es mindestens zwei Stunden und 16 Minuten, mit über 20 Minuten Wartezeit in Stuttgart. Wie wäre es mit durchgängigen Zügen in Stuttgart 21, die zum Beispiel alternierend von Tübingen/Ulm nach Karlsruhe/Heilbronn fahren? Sich in Stuttgart treffen, so dass man nur die Bahnsteigseite wechseln muss und in wenigen Minuten weiter ist?

Ähnliches gilt für Richtung München mit Umstieg am Flughafen. Im Moment muss ich oft erst mal 75 Bahn-Kilometer nach Stuttgart fahren, um überhaupt einen Zug nach München zu bekommen. Im oberen Neckarraum, aber auch Fildern / Böblingen, wohnen eine Million Menschen, die durch das Gesamtprojekt dramatisch besser an die Bahnverbindungen angebunden werden. Für jede der Fahrten oben sollten das mindestens 30 Minuten Ersparniss bringen – und damit die Bahn sehr viel konkurrenzfähiger.

Auf der anderen Seite ist die Behauptung, dass man mit dem Geld den Nahverkehr in ganz Deutschland ertüchtigen könnte mindestens so naiv, wie dass S 21 ohne Kostensteigerung geht. Die dringend nötige zweite S-Bahn-Stammstrecke in München kostet schon 50 Prozent von S 21 (und wird wahrscheinlich auch teurer). Natürlich geht es um viel Geld, aber es geht auch um eine strukturelle Verbesserung für Jahrzehnte.

Hermann Löh, Tübingen

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07.02.2010, 12:00 Uhr

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