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1. Platz beim Artur Fischer-Erfinderpreis

Niklas Enslin und Felix Wedlich: Zwei Käpsele

Zwei Tübinger Schüler befinden sich unter den Preisträgern des 8. Artur Fischer-Erfinderpreises: Niklas Enslin und Felix Wedlich überzeugten mit ihrer Idee eines biologisch abbaubaren Latentwärmespeichers. 2000 Euro Preisgeld erhielten sie am Dienstagabend in Stuttgart.

02.07.2015

Tübingen/Stuttgart. Der Artur Fischer-Erfinderpreis wird alle zwei Jahre von der gleichnamigen Stiftung verliehen. In diesem Jahr wurden 13 mit 37 000 Euro dotierte Preise vergeben. Außerdem gab es Anerkennungen und Sachpreise. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung, nahm die Verleihung mit Cornelia Rudloff-Schäffer, Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamtes, vor. Der 95-jährige Stiftungsgründer Artur Fischer aus Tumlingen konnte nicht anwesend sein. Staatssekretär Peter Hofelich vom Ministerium für Finanzen lobte den Erfinderreichtum der Menschen in Baden-Württemberg als „entscheidenden Treibstoff für unsere Wirtschaft“. 156 Bewerbungen – davon 73 von privaten Erfindern und 83 von Schülern und Schülergruppen – sind für den Erfinderpreis 2015 eingegangen, so viele wie noch nie.

Ideen zur Klimatisierung von Bürogebäuden

Niklas Enslin und Felix Wedlich von der Geschwister-Scholl-Schule holten sich den Sieg in der Kategorie weiterführende Schulen mit einer Erfindung zur effizienten und nachhaltigen Klimatisierung von Büro- und Leichtbaugebäuden. Weitere Preise in ihrer Kategorie gab es für Ideen für einen Weizenbier-Einschenkautomat sowie ein tragbares Fließwasserkraftwerk. In der Kategorie Klassen 8-10 siegte eine Wandfarbe mit Kontrollfärbung, die anzeigt, welche Stellen bereits gestrichen wurden. Platz 2 holte eine Papierrecyclingmaschine für den Hausgebrauch. Gleich zwei Erfindungen kamen auf Rang 3: ein Falschfahrer-Warnsystem und eine Autorennbahn mit selbstproduzierter Energie. Bei den Jüngsten im Wettbewerb bis Klasse 7 gab’s den 1. Preis für ein „Interaktives Physikheft“, das zugleich Experimentierfeld ist. Auf den Plätzen: eine Notbremse für Seifenkisten und ein Magnet-Reißverschluss.

Bei den Erwachsenen siegten zwei Professoren der Uni Stuttgart (10 000 Euro Preisgeld) mit einem Röhrenkollektor, der das Sonnenlicht besonders zu bündeln versteht. Platz 2 und 3 belegte ein innovativer Steckdosenverschluss (7500 Euro) und eine Spannvorrichtung für Werkstücke (5000 Euro).st

Info Weitere Teilnehmer aus unserem Verbreitungsgebiet: Schülerforschungszentrum Tübingen (Nabendynamo als Motor), Isolde-Kurz-Gymnasium Reutlingen (Regenwasserkraftwerk).

Niklas Enslin und Felix Wedlich: Zwei Käpsele

Die Technologie der Phase Change Materials (PCM) ermöglicht eine effiziente Klimatisierung von Büro- und Leichtbaugebäuden. Die Technologie kann eine Klimaanlage entlasten. PCM bestehen aus Materialien mit Schmelzpunkt an der gewünschten Raummaximaltemperatur und basieren auf dem Effekt der Schmelzenthalpie. Wird der Raum zu warm, nimmt der Stoff die überschüssige Wärmeenergie auf und geht in einen anderen Aggregatzustand (fest/flüssig)über. Die Temperatur im Raum steigt nicht an, sondern stagniert. Die auf diese Weise gespeicherte Energie wird bei Nacht wieder abgegeben, um einen erneuten Phasenwechsel am nächsten Tag zu ermöglichen. Das PCM wird in Pulverform (kleine Kapseln) beispielsweise in eine noch flüssige Gipsmischung eingebettet. Hersteller von PCM verwenden als Material Paraffine mit geeignetem Schmelzpunkt und als Verkapselung Kunststoffe auf Erdölbasis – beides ist nicht nachhaltig und in der Entsorgung kritisch.
Enslin und Wedlich ersetzen den Aktivstoff Paraffin durch Kokosfett sowie die Fettsäure Undecensäure. Diese Stoffe weisen einen Schmelzpunkt von 24 Grad Celsius auf. Der für sie vielversprechendste Ansatz für die Verkapselung ist ein wasserunlösliches Gel.

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02.07.2015, 12:00 Uhr

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