Glosse

Nix in der Birne

Dass Ohrstäbchen eine gefährliche Sache sind, weiß inzwischen wohl jeder.

01.10.2020

Von GUIDO BOHSEM

Zahnbürsten in einem Becher. Foto: ©andregric/Shutterstock.com

Man sollte die Dinger erstens keinesfalls ins Ohr stecken, weil sie dort Schaden anrichten und man sollte die Dinger keinesfalls wegwerfen, weil sie als überflüssiger Plastikabfall die Umwelt verwüsten. Trotzdem werden die Stäbchen weiterhin massenhaft gekauft – und in unvorsichtigster Weise den Ohren zugeführt. Wahrscheinlich, weil viele von uns lieber wild und gefährlich leben und es den Ohr-Spießern richtig zeigen wollen.

Ein 39-jähriger Inder hat diesem Spiel nun eine ganz neue Dimension gegeben. Beim Putzen seiner Backenzähne ist ihm nach eigenen Angaben die Zahnbürste aus der Hand gerutscht – und zwar so unglücklich, dass er sie mit Stiel und Borsten verschluckte. Schlimme Sache. Per Notoperation wurde das Hygienegerät aus seinem Magen entfernt. Der Mann selbst fand das eher unnötig, empfand er nach eigenen Angaben doch so gut wie keine Schmerzen.

Das riecht nach einer großen Geschichte und bringt uns zur Frage, wie schnell Erbsen eigentlich Wurzeln schlagen. Diese Frage wird in Astrid Lindgrens Geschichte „Als Lisabet sich eine Erbse in die Nase steckte“ nicht beantwortet. Eine Schlägerei löst das Problem schneller. Wer daraus jetzt schließt, dass man Erbsen in die Ohren, Ohrenstäbchen lieber in den Mund und Zahnbürsten ins Ohr stecken sollte, hat wahrscheinlich nix in der Birne. Guido Bohsem

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Oktober 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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