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Ökonomen

Nobelpreis für Erforschung von Verträgen

Oliver Hart und Bengt Holmström werden mit der hohen Auszeichnung geehrt. Beide lehren in den USA.

11.10.2016
  • DPA

Stockholm. Sollen Lehrer mit einem Festgehalt oder besser mit Boni bezahlt werden? Ist ein voller Versicherungsschutz beim Autofahren empfehlenswert? Wie sieht die beste Vergütung mit Boni für Manager aus? Und ist sinnvoll, Staatsunternehmen in die Hand privater Investoren zu geben?

Für die Erforschung solcher Fragen haben die Ökonomen Oliver Hart und Bengt Holmström gestern den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis bekommen. Ihr Gebiet, die Vertragstheorie, klingt zunächst recht abstrakt – hat aber Einfluss auf zahllose Lebensbereiche, wie das Nobelkomitee in Stockholm befand. „Die Beiträge von Oliver Hart und Bengt Holmström sind von unschätzbarem Wert beim Verständnis von Verträgen und Institutionen im wirklichen Leben sowie bei potenziellen Tücken neuer Verträge“, lobte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie die Forscher.

Hart und Holmström, die an den Universitäten Harvard und Massachusetts Institute of Technology (MIT) lehren, beschäftigten sich schon Ende der 1970er mit Anreizen in Verträgen. Holmström, ein Finne, plädierte etwa dafür, Boni für Manager nicht nur an den Aktienkurs der Firma zu knüpfen. Besser sei es, Boni an die Aktienentwicklung der Firma im Verhältnis zu der von Wettbewerbern zu knüpfen.

Die Frage nach Boni übertrug Holmström auf Lehrer. Pädagogen würden sich bei Prämien für gute Ergebnisse ihrer Schüler auf Fächer konzentrieren, die sich leicht messen ließen. Es bestünde die Gefahr, dass sie schwer überprüfbare Bereiche wie Kreativität und eigenständiges Denken vernachlässigten. Ein Fixgehalt sorge für Ausgewogenheit im Unterricht.

Hart, ein US-Amerikaner, beschäftigte sich auch mit Privatisierungen – ein Gebiet, das mit den staatlichen Geldnöten an Aktualität gewonnen hat. Hart stellte fest: Stünden Investoren vor der Entscheidung, die Qualität zu verbessern oder die Kosten zu senken, überwiege oft der Anreiz für Kostenkürzungen. Hart untersuchte private Gefängnisse in den USA. Heute werden diese meist nicht mehr an Investoren vergeben werden. Das US-Justizministerium hatte konstatiert, dass die Haftbedingungen in öffentlichen Anstalten besser seien.

Die Ehrung trifft zwei gute Bekannte: Er sei sehr glücklich, den Preis zusammen mit Hart zu gewinnen, erzählt Holmström. Der Harvard-Forscher sei sein „engster Freund hier“. dpa

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11.10.2016, 06:00 Uhr

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