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Software zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs funktioniert nicht

Noch ein Problem für VW

Nach dem Abgas-Skandal plagen Volkswagen jetzt auch noch weitere Software-Probleme. Dabei geht es um das Aufladen der Batterie, wodurch auch der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden soll.

27.11.2015
  • AFP/DPA

Wolfsburg. Volkswagen hat neuerliche Software-Probleme, die den Kraftstoffverbrauch bestimmter Fahrzeuge beeinflussen. Es handle sich aber nicht um eine Manipulation, berichtete die "Welt".

Ein Sprecher des Konzerns sagte, es gebe eine "Fehlfunktion" bei der Software für die Rückgewinnung von Energie, mit der die Autobatterien geladen werden können. Der Halter eines betroffenen Fahrzeugs könne dieses Problem nicht erkennen. Ein Rückruf werde überlegt; wahrscheinlicher sei aber, den Fehler bei Inspektionen zu beheben.

"Wenn ein Softwarefehler den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs beeinflusst, muss man fragen, ob die jeweilige Typgenehmigung noch Gültigkeit hat", zitiert die "Welt" ein Mitglied der Untersuchungskommission zur Aufklärung der Abgasaffäre.

Laut VW-Sprecher sind nur bestimmte Fahrzeuge betroffen. Die Technik zur Energierückgewinnung sei praktisch in allen neueren Modellen des VW-Konzerns eingebaut. Die sogenannte Rekuperationstechnik sorgt dafür, dass bei rollenden Autos die Batterie ohne Rückgriff auf die Lichtmaschine geladen wird, so dass nicht der Motor den Ladezustand der Batterie auf einem bestimmten Level halten muss, das etwa für den Betrieb von Radio oder Klimaanlage nötig ist.

Die Rekuperationstechnik spart somit Kraftstoff, weil der Einsatz der Lichtmaschine die Motorleistung reduziert - unter Volllast kann dadurch je nach Fahrzeug der Kraftstoffverbrauch um 5 bis 7 Prozent verringert werden.

Ohne diesen Einspareffekt stoßen die von dem Softwarefehler betroffenen Autos auf den Prüfständen unter Umständen mehr CO2 aus, als sie eigentlich nach Bauart und Konfiguration müssten. "Das können 4 bis 5 Prozent Gramm CO2 pro Kilometer mehr sein", zitiert die "Welt" aus einer VW-Studie.

Derweil verblüfft VW Experten mit seinem Umrüstplan für von Abgas-Skandal betroffene Fahrzeugemit einem Kunststoffgitter in einem Plastikrohr. "Es erscheint recht simpel, jetzt so ein Gitter einzubauen, aber es war doch komplizierter, es zu erfinden", erklärt VW-Techniksprecher Pietro Zollino. Mit "modernsten Simulationsmethoden" sei es den VW-Ingenieuren dennoch gelungen.

"Es wundert mich natürlich schon, dass ein so einfaches Teil jetzt die Lösung sein soll", sagt Motorenexperte Jörn Getzlaff von der FH Zwickau. "Aber es ist schon möglich." Laut Volkswagen hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Umbaupläne bereits bestätigt. Sie müssen nun noch endgültig für jedes einzelne Modell abgenommen werden, heißt es aus dem KBA.

Dieser sogenannte Strömungsgleichrichter optimiert den Luftstrom, der durch den Luftfilter Richtung Motor strömt. Deshalb könne der sogenannte Luftmassenmesser genauere Ergebnisse liefern, erklärt der VW-Sprecher. Dadurch könne die Motorsteuerung den laufenden Motor besser abstimmen und den Stickoxidausstoß senken.

Aber wo ist der Haken? "Wenn sich die Stickoxidwerte verbessern, muss sich mindestens ein anderer Wert verschlechtern", ist Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sicher: "Alles andere wäre die Quadratur des Kreises." Auch Motoringenieur Getzlaff hält das für sehr wahrscheinlich: "In erster Linie könnten sich dadurch der Kraftstoffverbrauch erhöhen."

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27.11.2015, 08:30 Uhr

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