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Kripo Tübingen ermittelt zum Unglück beim Luftfahrtfestival

Noch keine Ursache für tödlichen Fallschirmspringer-Absturz gefunden

Noch ungeklärt ist die Ursache für den tödlichen Absturz eines Fallschirmspringers beim Oldtimer- und Luftfahrtfestival „Mobile Legenden“ in Eutingen am Sonntagnachmittag. Die Kriminalpolizei Tübingen hat die Ermittlungen aufgenommen.

15.06.2015
  • Dunja Bernhard

Ergenzingen.Kurz nach 14 Uhr sprangen am Sonntag vier Mitglieder des Fürstenberg Fallschirm-Teams über dem Flugplatz Eutingen aus einer Dornier Do 27. Während drei Fallschirme sich regulär öffneten, entfaltete sich der vierte Schirm nicht richtig. Der erfahrene 64-jährige Springer trennte ihn ab.

Warum sich anschließend sein Notfallschirm nicht öffnete, war auch einen Tag nach dem Unglück noch nicht geklärt. Die Kriminalpolizei Tübingen hat die Ermittlungen übernommen.

Das Flugplatzgelände liegt zwar im Bereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen, der Fallschirmspringer kam jedoch rund einhundert Meter neben dem Flugplatz auf Ergenzinger Gemarkung in einem Maisfeld auf. Deshalb ist das Polizeipräsidium Reutlingen für die Ermittlungen zuständig.

Neue Erkenntnisse zu dem Vorfall gebe es noch nicht, sagte Polizeiesprecher Josef Hönes am Montag. Der Verunglückte sei am Sonntag von der Unfallstelle mit seinen Sachen geborgen worden. Hönes geht davon aus, dass der Reservefallschirm noch am Mann war. Dieser soll nun untersucht werden. Wenn sich daraus keine Ursache für das Unglück ergebe, dann könne man auch einen medizinischen Notfall annehmen, sagte Hönes. In diesem Fall werde eine Obduktion durchgeführt. „Das ist aber noch Spekulation.“

Zunächst war nicht klar, was passiert ist

Rund eine Stunde nach dem Absturz des Fallschirmspringers brachen die Veranstalter das Oldtimer- und Luftfahrtfestival ab. Zunächst sei nicht klar gewesen, was mit dem Mitglied des Fürstenbergteams passiert sei, sagte Stefan Dangel, Pressesprecher der Gesellschaft für Marketing und Presseservice (MPS). Der Verunglückte musste erst gefunden werden. Dangel selbst nahm zum Zeitpunkt des Absturzes gerade die Prämierung der Oldtimerfahrzeuge vor und hatte, wie die meisten Besucher des Festivals, von dem Unglück zunächst gar nichts mitbekommen.

Sobald die Nachricht der Rettungsdienste über den Tod des Fallschirmspringers eintraf, sei diese über Lautsprecher verkündet worden, sagte Dangel. Diese Durchsage war jedoch nur unmittelbar neben der Startbahn zu hören. Durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“ habe sie sich ausgebreitet. „Die Besucher sind langsam abgerückt.“ Völlig ruhig und besonnen sei das abgegangen. Der Festivalplatz leerte sich erst nach und nach. Vermutlich haben viele Besucher vom Unglück bis zu ihrer Abfahrt gar nichts mitbekommen.

Ob es die „Mobilen Legenden“ im nächsten Jahr wieder geben wird, sei noch nicht entschieden, sagte Dangel. Dies hänge von vielen Faktoren ab. „Es täte uns leid, wenn das Event nicht wieder stattfinden könnte.“ Bis zum Unglück sei es eine sehr schöne Veranstaltung gewesen. „Die Leute haben gefeiert.“ Rund 10.000 Besucher und 3000 Fahrzeuge waren auf den Eutinger Flugplatz gekommen.

Fürstenberg-Team springt seit 30 Jahren

Das Fürstenberg Fallschirm-Team gibt es seit über 30 Jahren. Dem Team gehören fünf Piloten und 17 Fallschirmspringer an, die fast alle eine jahrzehntelange Sprungpraxis haben. Gesprungen wird aus einer Dornier Do 27, die in Rottweil stationiert ist. Das Fürstenbergteam kann zum Selbstkostenpreis für Veranstaltungen gebucht werden und zeigt spektakuläre Formationssprünge, unter anderem die Figur „Stapel“, bei der die Springer in der Luft übereinanderstehen.

Bei dieser Formation kam es vor vier Jahren auf der Möglingshöhe bei Schwenningen schon einmal zu einem gefährlichen Zwischenfall. Die Leinen zweier Fallschirme verhedderten sich, so dass einer der beiden Schirme sich zusammenfaltete und nur noch 50 Prozent Tragkraft hatte. Die Gruppe landete damals in einer geschlossenen Formation und brachte den Kameraden sicher auf den Boden.


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