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Arbeit

Noch viele Hürden bei Flüchtlings-Jobs

Über 80 Geflüchtete wurden 2016 bei der IHK Reutlingen beraten, fast 50 sind in ein Praktikum oder eine Ausbildung gestartet.

10.01.2017

Von ST

Bis zum Jahresende konnten 27 Flüchtlinge in ein Praktikum, sechs in eine Einstiegsqualifizierung zur Vorbereitung einer Ausbildung und 13 in eine Berufsausbildung vermittelt werden. Sie kommen in Industrie, Handwerk, Gastronomie, Handel und im Gesundheitswesen unter – zwei Drittel im Landkreis Reutlingen, 20 Prozent im Zollernalbkreis und nur 15 Prozent im Landkreis Tübingen. Für die Beratung der Flüchtlinge wurde bei der IHK eine vom Land Baden-Württemberg geförderte Stelle eingerichtet. „Mit jedem Flüchtling führen wir ein Einzelgespräch, um ihn kennen zu lernen und die Kompetenzen und Interessen zu erfassen. In einem zweiten Schritt geht es darum, den Kontakt zu passenden Unternehmen herzustellen“, so Petra Brenner, Bereichsleiterin Ausbildung bei der IHK Reutlingen.

Fast die Hälfte der Flüchtlinge, die in der Erstberatung waren und vermittelt werden konnten, verfügt bereits über das Basis-Sprachniveau B1 und bringt berufliche Qualifikationen aus dem Herkunftsland mit. Hürden für die Vermittlung bestehen vor allem dann, wenn die Deutschkenntnisse noch nicht ausreichend, die Entfernungen zwischen Ausbildungsbetrieb und Wohnort sehr weit oder der Aufenthaltsstatus ungeklärt sind. Dazu kommt, dass das deutsche Bildungssystem nicht jedem Flüchtling vertraut ist. Teils gibt es falsche Vorstellungen vom Arbeitsmarkt und den Jobperspektiven. Aus diesem Grund geht IHK-Integrationsberaterin Aleksandra Vohrer zusätzlich in Berufsschulklassen mit Flüchtlingen, um das hiesige Schul- und Ausbildungssystem zu erklären. Für die erfolgreiche Vermittlung ist ein enges Zusammenspiel von Arbeitsagentur, Schulen, Betrieben, Ausländerbehörde und ehrenamtlichen Flüchtlingsunterstützern wichtig.

Die Herausforderung, Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung vermitteln, wird die regionale Wirtschaft auch 2017 umtreiben. Die IHK setzt nach wie vor darauf, dass mehr Kontakte zwischen Flüchtlingen und möglichen Arbeitgebern ermöglicht und das Angebot an Sprachkursen weiter ausgebaut werden muss.

Die Tätigkeit der Integrationsberaterin bei der IHK für die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb wird durch das Förderprogramm „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“ vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt. Im Zuge dessen gibt es landesweit fast 40 Integrationsberaterinnen und -berater.

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Erstellt:
10. Januar 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Januar 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2017, 01:00 Uhr

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