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"Nordamerika ist die Lokomotive"
Ein Stihl-Mitarbeiter bringt ein Typenschild an einer Motorsäge an. Foto: dpa
In den USA entwickeln sich die Geschäfte von Stihl besonders gut

"Nordamerika ist die Lokomotive"

Bei Stihl läuft es rund: 2015 hat der Motorsägenhersteller einen Rekordumsatz erreicht. Dazu trug vor allem der Absatz in Nordamerika bei.

28.04.2016
  • BIANCA FRIESS

Waiblingen. Ein automatischer Rasenmäher dreht vor dem Fenster gemächlich seine Runden, während der Stihl-Vorstand die aktuelle Bilanz vorstellt. Fast könnte man meinen, dass das Unternehmen so ganz diskret ein neues Modell präsentieren will. Tatsächlich ist der Roboter auf der Wiese aber rund um die Uhr für den Rasenschnitt zuständig, sagt Pressesprecherin Kristin Missel. Nur wenn es regnet fährt er von selbst in seinen Unterstand zurück.

Das Geschäft mit den Mährobotern ist ein Wachstumsmarkt für die Unternehmensgruppe. "Denn Mähen gehört nicht zu den bevorzugten Beschäftigungen im Garten", sagt Norbert Pick, Vertriebs- und Marketingvorstand bei Stihl.

Das Rasenmäher-Geschäft schlägt sich auch im Umsatz nieder: Die Stihl-Gruppe hat 2015 erstmals die Marke von 3 Mrd. EUR geknackt, sie setzte insgesamt 3,25 Mrd EUR um. Das sind 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne Wechselkurseffekte hätte der Umsatz um 3,7 Prozent zugelegt, berichtet Vorstandsvorsitzender Bertram Kandziora. Zum Gewinn machte der Vorstand keine Angaben. Das Ergebnis sei aber zufriedenstellend, heißt es im Geschäftsbericht. 14 245 Beschäftigte arbeiteten 2015 in der Stihl-Gruppe. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 0,4 Prozent. Das liege auch an der Automatisierung in den Werken, berichtet Kandziora. Für die kommenden Jahre geht er aber wieder von einem Wachstum aus.

Zu dem starken Umsatz hat vor allem das Geschäft in den USA und Kanada beigetragen: "Nordamerika ist die Lokomotive, das setzt sich auch 2016 fort", sagt Pick. Hier konnte Stihl den Absatz zweistellig steigern, in fast allen Produktgruppen wurden Marktanteile hinzugewonnen. Auch in Lateinamerika und Westeuropa entwickelten sich die Geschäfte gut.

Das Sorgenkind bleibt Russland: Im vergangenen Jahr seien die Stückzahlen dort um 70 Prozent zurückgegangen, sagt Kandziora. Er macht dafür vor allem den sinkenden Ölpreis und den schwachen Rubel verantwortlich. Und auch Asien trete wegen der schwächelnden Konjunktur auf der Stelle, sagt Pick.

In Sache Investitionen kann Stihl dafür einen Rekord verzeichnen: "Die Investitionen erreichten mit 235 Mio. EUR den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte", sagt Kandziora. Bei der Entwicklung konzentriert Stihl sich besonders auf Akku-Technologien. 2016 kommen zum Beispiel eine Motorsäge und eine Heckenschere mit Akku auf den Markt. "Das ist sehr erfreulich, das Akku-Geschäft entwickelt sich gut", sagt Kandziora. Trotzdem ist der Anteil noch gering, bei den Stückzahlen machen Akku-Geräte etwa 3 bis 4 Prozent aus.

Der Schwerpunkt liegt immer noch auf den benzinbetriebenen Maschinen. Und auch da kann Stihl mit einem neuen Modell aufwarten, das direkt in Aktion präsentiert wird: Immer wieder gleitet die Säge durch einen Baumstamm, der nach und nach in Scheiben geschnitten wird. Leistungsfähiger und leichter soll sie sein, die neue Motorsäge.

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28.04.2016, 06:00 Uhr

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