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Nordrand

Subtiles Porträt Wiener Vorstadtlebens Mitte der neunziger Jahre.

Subtiles Porträt Wiener Vorstadtlebens Mitte der neunziger Jahre.

NORDRAND
Österreich

Regie: Barbara Albert
Mit: Nina Proll, Edita Malovcic

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
  • Kathrin Wesely

Natoflieger über Wien mit Richtung Bosnien. Irgendwo in einer Abtreibungsklinik am Nordrand der Stadt treffen sich zwei junge Frauen wieder, die zusammen in die Schule gingen: die Serbin Tamara und die Wienerin Jasmin. An diesem Tiefpunkt beginnt die Freundschaft der ungleichen Frauen.

Mit harten Schnitten und wackeliger Handkamera zeigt Regisseurin Barbara Albert einzelne Puzzlestücke aus den Biografien der beiden Frauen und der Männer, die ihnen begegnen. Aus heruntergekurbelten Fensterscheiben zeigt die Kamera verwischte Bilder der öden Betonlandschaft des Vorstadtbezirks. Der Eindruck des Zusammenhanglosen und das Gefühl einsamnen Treibens verdichtet sich in einem multiethnischem Sound, der den Bildern unterlegt ist.

Gelegentlich unterbrechen Fernsehaufnahmen aus Bosnien den Erzählfluss. Es ist 1995. Es ist Krieg. Manche sind betroffen wie Tamara, ihre Familie und Jasmins kroatischer Freund Senad, der illegal in Wien lebt. Für Jasmin ist der Krieg nur eine Kulisse, so selbstverständlich und so grau wie der Winterhimmel überm Nordrand.

Albert erzählt die Geschichten der Frauen als rhythmisch geordnete Schlaglichter, die zugleich ein Stück der jeweiligen Vergangenheit anstrahlen. Die unterschiedliche Lebensweisen werden so verstehbar, erhalten ihre individuelle Logik. Ein Film, der gefangen nimmt und obendrein noch freundlich endet.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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