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Apotheken-Streik

Notfall-Versorgung bleibt erhalten

Die Apotheken in Baden-Württemberg sind am Mittwoch im Streik. Auch in Tübingen, Rottenburg, Reutlingen und Umgebung ist fast jede Apotheke geschlossen. Für Notfälle sind die Apotheker aber da.

11.09.2012

Von jh

Kreis Tübingen. Mehr Lohn für immer mehr Arbeit und steigende Kosten – dafür kämpfen landesweit die Apotheker. Auch im Kreis Tübingen, in Rottenburg und im Steinlachtal bleiben viele Geschäfte dunkel. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sind die Apotheken im Streik. Angeboten wird nur noch die Notfall-Versorgung. In vielen Apotheken ist die Mitarbeiterzahl für Mittwoch stark geschrumpft.

„Der Streik soll auf die mangelnde Vergütung aufmerksam machen“, so Michael Hailer von der Rottenburger Morizapotheke, der Sprecher des Notdienstbezirks in Rottenburg, wo der Großteil der Apotheken am Mittwoch in Streik ist. Die Angebote der Politik seien unzureichend, eine qualitativ hochwertige Versorgung, wie sie aktuell gegeben sei, könne so nicht mehr lange erfolgen. Er selbst steht am Mittwoch allein in der Apotheke: „Die gewohnten Öffnungszeiten werden aber in allen streikenden Apotheken beibehalten.“

In Tübingen sowie Kusterdingen und Entringen streiken alle 20 Apotheken: „Die Notfallversorgung muss aber immer gewährleistet sein“, sagt Christian Wittlinger von der Tübinger Hölderlin-Apotheke. Er ist Sprecher des Notdienstbezirks Tübingen. „Jede Apotheke in Baden-Württemberg erhielt den Aufruf zum Streik. Auch die Kollegen in Rheinland-Pfalz und im Saarland wurden aufgefordert, mitzumachen.“ Ob eine Apotheke ihren Dienst aber wirklich auf die Notfallversorgung reduziert, hänge von der persönlichen Entscheidung der Apothekerin oder des Apothekers ab. „Zum Streik gezwungen wird niemand“, so Wittlinger.

Auch die meisten Apotheken im Kreis Reutlingen beteiligen sich an dem Streik, zum Teil aber in modifizierter Form. Apotheker, die die Medikamente im Notfall nicht über die Notdienst-Klappen abgeben wollen, halten ihre Apotheke zwar geöffnet, bedient wird aber lediglich von einem Mitarbeiter an einem Handverkaufstisch (so heißt die Theke bei den Apothekern), an den anderen Arbeitsplätzen soll mit Plakaten über den Warnstreik und seine Ziele informiert werden.

Die beteiligten Apotheken werden ihre Kunden durch Plakate, Handzettel und persönliche Gespräche auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Der Streik wird den gesamten Mittwoch andauern. Ab Donnerstag wird wieder der gewohnte Betrieb aufgenommen.

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Erstellt:
11. September 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. September 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. September 2012, 12:00 Uhr

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