Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Notfalls fauler
Kompromiss
Foto Foto: Foto
Kommentar Italien

Notfalls fauler Kompromiss

Zwei ehrenwerte Ziele stoßen sich im Falle Italiens hart im Raume. Die Banken, die auf einer unvorstellbaren Summe von 360 Milliarden Euro an faulen Krediten sitzen, sollen zuerst dadurch entschuldet werden, dass die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Das hatte die Politik nach den Erfahrungen der Finanzkrise als Lektion gelernt und zwischenzeitlich in Europa auch als Richtlinie ausgegeben.

13.12.2016
  • HELMUT SCHNEIDER

Das zweite Ziel ist: Banken sollen nicht mehr vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Hinter dieser Forderung versammelt sich zu Recht jeder, der auf das zentrale Prinzip einer Marktwirtschaft „Eigenverantwortung“ pocht. Populisten freilich versuchen daraus politisches Kapital zu schlagen, indem sie die Banken als Großkonzerne sehen, die lediglich das Geld der Großverdiener verwalten.

Der Fall Italien und vor allem seiner maroden Großbank Banca Monte Paschi die Siena (BMPS) offenbart jedoch das Dilemma. Gläubiger sind bei ihr nicht irgendwelche Investmentfonds und andere Geldkonzerne, sondern hunderttausende Kleinsparer. Wer ihre Guthaben mit einem Federstrich auslöschte, ließe den Steuerzahler bluten.

Das wird keine Regierung überleben. Und deshalb sucht man nach einem Kompromiss, der beide Ziele unter einen Hut bringt – auch wenn es ein fauler Kompromiss ist.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball