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Der Souverän schwächelt

Novak Djokovic beim ATP-Saisonfinale gegen Rafael Nadal nicht favorisiert

Beim ATP-Saisonfinale in London kommt es heute im Halbfinale zum Tennis-Klassiker zwischen Novak Djokovic und dem wiedererstarkten Rafael Nadal. Der Weltranglisten-Erste ist momentan nicht unschlagbar.

21.11.2015

Von SID

London Hätte dieses Match noch vor einer Woche angestanden, die Rollen wären klar verteilt gewesen: Auf der einen Seite Novak Djokovic, der in diesem Jahr so dominante und souveräne Weltranglistenerste aus Serbien, auf der anderen Seite Rafael Nadal, erstmals seit zehn Jahren ohne Grand-Slam-Titel, und gesundheitlich und mental längst nicht so stark, wie noch vor ein paar Jahren. Aber nun, sieben Tage und drei Matches später, ist es längst nicht mehr so eindeutig, wer denn nun heute als Favorit ins Halbfinale beim ATP-Saisonfinale in London gehen wird.

Ungewohnt fahrig wirkt Djokovic - auf und abseits des Courts. Nach dem furiosen Start gegen den Japaner Kei Nishikori, dem der Schützling von Boris Becker beim 6:1, 6:1 eine Lektion erteilte, folgte die Niederlage gegen seinen Dauerrivalen Roger Federer und seine eigenwillige Matchanalyse ("Ich habe ihm den Sieg im zweiten Satz förmlich geschenkt."). Auch der abschließende Sieg gegen den Tschechen Tomas Berdych änderte nichts am Eindruck, der sich in diesen Tagen aufdrängt: Der Titelverteidiger ist in diesem Jahr schlagbar.

Und Nadal? Der Spanier meisterte seine Gruppe mit Bravour, blieb bei Siegen gegen die ebenfalls stark eingeschätzten Andy Murray (Großbritannien/Nr. 2) und Stan Wawrinka (Schweiz/Nr. 4) ohne Satzverlust und schlug gestern auch seinen bereits ausgeschiedenen Landsmann David Ferrer (Nr. 7) mit 6:7 (2:7), 6:3, 6:4. Auf dem früher so verhassten Hartplatz fühlt sich der Sandplatz-König sichtlich wohl, er wirkt dynamisch, fokussiert, konstant - und endlich wieder richtig fit. Das bemerkt auch die Konkurrenz. "Er hat großartig gespielt in den ersten Spielen", sagte Djokovic und fügte an: "Hoffentlich bin ich in der Lage, mein bestes Tennis abzurufen. Um gegen ihn zu gewinnen, brauche ich das nämlich."

Beide Spieler kennen sich bestens, es gibt keine Geheimnisse: 45 Mal standen sich beide bereits gegenüber - kein Match im Profi-Tennis wurde häufiger gespielt. Die Statistik spricht (noch) mit 23:22 Siegen für Nadal, doch Djokovic hat sieben der letzten acht Vergleiche gewonnen. Mit Zahlen beschäftigt sich Nadal in diesen Tagen nicht. Er blickt auf sich selbst, und der Erfolg gibt dem 29-Jährigen recht.

Das zweite Halbfinale bestreitet der ebenfalls ungeschlagene Rekordchampion Roger Federer. Der 34 Jahre alte Schweizer trifft heute entweder auf seinen Landsmann Wawrinka oder Lokalmatador Murray.

Novak Djokovic wird sich strecken müssen, um den wiedererstarkten Rafael Nadal im Halbfinale zu schlagen. Foto: afp

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Erstellt:
21. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. November 2015, 12:00 Uhr

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