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Novemberkind

Das Leben einer jungen Ossie-Frau steht Kopf, als sie erfährt, dass ihre angeblich ertrunkene Mutter einst in den Westen geflohe

Das Leben einer jungen Ossie-Frau steht Kopf, als sie erfährt, dass ihre angeblich ertrunkene Mutter einst in den Westen geflohe

Novemberkind

© null 02:09 min

Deutschland

Regie: Christian Schwochow
Mit: Anna Maria Mühe, Ulrich Matthes, Christine Schorn, Hermann Beyer

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
  • Dorothe Hermann

Die DDR in Farbe wirkt ein wenig braunstichig, als hätte sich der Kohlenruß über das Land gelegt. Malchow 1980, ein russischer Deserteur taucht in der Kleinstadt unter. Knapp 30 Jahre später sieht es dort noch genauso aus, nur deutlich fahler, eine aufgegebene Gegend. Nur Inga (herausragend: Anna Maria Mühe) kann die Tristesse, die Menschen und Dinge zu umgeben scheint, nichts anhaben. Sie hat für jeden in der Bibliothek ein freundliches Wort, fährt Motorrad und stürzt sich noch im November samt Pelzmütze in einen der nahen Seen.

Als ein Fremder in die Stadt kommt, wird Ingas ruhige Sicherheit brüchig. Robert, ein Literaturdozent aus dem Westen, erzählt ihr eine sonderbare Geschichte über ihre Mutter Anne. Sie war eine seiner Studentinnen – und ist also nicht bei einem Badeunfall in der Ostsee ertrunken, wie Inga es stets von allen gehört hat. Es ist eine der großartigen Wasserszenen des Films, Inga und Robert sitzen in einem Boot, im vagen Novemberlicht. Sie bewegen sich auf trügerischem Grund, als hätten sie den Boden unter den Füßen verloren.

Der Film lebt von seiner beeindruckenden Hauptdarstellerin. Anna Maria Mühe kommt fast immer ohne die überzogene Emotionalisierung aus, die in deutschen Filmproduktionen häufig Intensität signalisieren soll. Leider gilt das für das Drehbuch nicht in gleicher Weise. Es tendiert dazu, die Beziehungen der Figuren zueinander zu überfrachten. Vor allem dann, als Inga sich mit Robert auf die Suche nach ihrer Mutter macht.

„Aber Anne ging damals weg und kam nie wieder irgendwo an“, sagt Robert einmal. Diese Verlorenheit teilen im Grunde alle Figuren. Regisseur Christian Schwochow gelingt es, unverbrauchte Bilder für die deutsch-deutsche Vergangenheit aufzuspüren. Sein Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg ist ein bemerkenswertes Kino-Debüt.

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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19.12.2008

12:00 Uhr

chris schrieb:

ich fand den film wirklich schlecht.
man merkt in jeder einstellung das hier was "bedeutsames" produziert werden sollte. und daran scheitert der film: er nimmt sich selbst zu wichtig.
unnötige dialoge - ein beispiel: inga nimmt ein spielzeugschwert im garten auf und sagt "sie haben kinder" - mal ehrlich, was soll das?? da gibt es mehrere szenen wo so eine doppelung vorkommt...
da drehbuch entwickelt auch überhaupt keine dynamik. es gibt so viele sachen und figurenkomnstellationen die in keinster weise relevant sind... soll das eine art "realismus effekt" sein ? ging aber nach hinten los...
die mühe fand ich auch nicht gut; matthes soll beim theater bleiben.
ich finde das sehr sehr schade, da ich eine auseinandersetzung mit dem thema als sehr wichtg erachte



17.12.2008

12:00 Uhr

Zed schrieb:

geniale hauptdarstellerin und beeindruckender film.



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