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Kommentar

Null Toleranz reicht nicht

Null Toleranz gegenüber allen, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. So lassen sich Großrazzia und Vereinsverbot gegen die Salafisten-Aktion „Lies!“ interpretieren.

16.11.2016

Von CHRISTOPH FAISST

Damit tut Bundesinnenminister Thomas de Maizière, was in der Macht des Staates steht. Doch wie bei allen Aktionen gegen Extremisten jedweder Couleur verschwinden die verfassungsfeindlichen Strukturen damit ebenso wenig wie das Potenzial jener meist jungen Leute, die sich von professionellen Predigern einen zweifelhaften Lebenssinn einreden lassen.

Zur Radikalisierung – egal, in welchem Milieu – gehören immer zwei: der Rekrutierer und derjenige, der sich beschwatzen lässt, an einer vermeintlich höheren Aufgabe mitzuwirken. Naivität und persönliche Perspektivlosigkeit sind der Nährboden, auf dem der Wunsch nach Halt gedeiht. Religionen und ihr ideologischer Mix aus Schuld, Angst und Verheißung sind ein missbrauchsanfälliges Instrument. Solange das westliche Gesellschaftsmodell sein individuelles Aufstiegsversprechen nicht mehr einlöst, wird die Zahl derer, die sich von dubiosen Heilsbotschaften ködern lassen, nicht kleiner werden.

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Erstellt:
16. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2016, 06:00 Uhr

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