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Tübinger Händler auf dem Aixer Weihnachtsmarkt

Nun doch mit Glühwein

Das Prinzip Hoffnung funktioniert selbst bei Partnerstädten. Kutay Nergues vom Weinhaus Beck hat am dritten Tag des internationalen Weihnachtsmarkts in Aix-en-Provence endlich den Kessel mit Trollinger-Glühwein dampfen lassen.

04.12.2012
  • Peter Bausch

Aix en Provence. Einige Wochen vor dem Weihnachtsmarkt in Aix hatten die Südfranzosen den Tübingern signalisiert, dass bei der 14. Auflage dieses Events jegliche Form von Gastronomie tabu sein werde. Selbst die Intervention von Oberbürgermeister Boris Palmer hatte daran nichts geändert (das TAGBLATT berichtete).

Weil der übliche Platz für das Vorweihnachtstreiben der Partnerstädte gerade umgebaut wird, hat der Partnerschaftsverein in Aix die Place François Villon im schicken Neubauviertel Sextius-Mirabeau als Übergangslösung gefunden. „Leider ist es hier nicht möglich, dass unsere deutschen oder italienischen Freunde ihre Spezialitäten anbieten können“, sagte Vereinschef Cosimo Giunta bei der Eröffnung des Marktes am Mittwoch. Die Anlieger in den Luxuswohnungen rund um den Platz, die bis zu 9000 Euro pro Quadratmeter kosten, sind Sturm gelaufen gegen den Duft von Glühwein, Maultaschen und Pasta mit Pesto.

Aber am Freitag wurde ein Kompromiss gefunden: Tübingen darf wenigstens heißen Glühwein servieren. „Man muss halt miteinander schwätzen, dann gibt es eine Lösung für alle Probleme“, sagt Gerhard Kehrer, Altstadtrat und Gärtnermeister, der vor Ort ein paar Hundert Adventskränze aus Nordmann-Tanne zum Beispiel für Brigitte Ghilini aus Lambesc geflochten hat.

Der Weihnachtsmarkt ist seit 1997 ein Treffpunkt für Deutsche in der Provence, die eine Tradition wie die Adventszeit vergeblich in Südfrankreich suchen. Joachim Rothacker, der Chef der „Maison de Tübingen“ in Aix, hat sich für das Weihnachtskonzert des Vereins den Glühwein gleich in zwei Kanistern gesichert. Was die Tübinger vor 15 Jahren als partnerschaftliche Antwort auf den umbrisch-provenzalischen Markt in der Vorweihnachtszeit in Aix gestartet haben, ist mittlerweile ein internationales Ereignis geworden: Außer Tübingen und Perugia waren 2012 Bath (England), Coimbra (Portugal), Karthago (Tunesien), Granada (Spanien), Aschkelon (Israel), Baalbek (Libanon) und Kunamoto (Japan) in Aix vertreten.

Michèle Couëtmeur, Managerin für Tourismus und internationale Beziehungen im Aixer Rathaus, hat Kehrer versichert, dass 2013 eine Lösung gefunden wird, damit Tübinger wie Uli Neu wieder ihre duftenden Spezialitäten servieren dürfen.

Nun doch mit Glühwein
Auch ohne Maultaschen und Schupfnudeln guter Dinge – ein Teil der Tübinger Delegation auf dem Aixer Weihnachtsmarkt (von links): Bernd-Rüdiger Paul vom Filzparadies, Gerhard Kehrer, der sich Thomas Speer, den gerade in den Ruhestand verabschiedeten Stadtgrün-Chef von Sindelfingen als Verstärkung geholt hat, Waltraud Pasche vom französischen Filmfestival, Metzger Thomas Truffner, Barbara Speer, Kutay Nergues und Florence Jung, die jeden September in Tübingen südfranzösische Spezialitäten anbietet. In Aix dabei waren zudem Uli Neu, Georg Möhres und Hermann Leimgruber. Bild: Bausch

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04.12.2012, 12:00 Uhr

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