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Post bleibt liegen

Nun streiken auch Zusteller und Paketboten

Immer mehr Briefe und Pakete in der Region werden verspätet oder gar nicht ankommen. Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Streiks bei der Post ausgeweitet.

11.06.2015

Tübingen / Reutlingen.Im Reutlinger Briefverteilzentrum „ist die Stimmung kämpferisch“, sagt der Verdi-Betriebsgruppenvorsitzende Markus Walker auf Nachfrage. Rund 120 Leute waren gestern allein dort im Ausstand, dazu Fahrer und nun auch rund 100 Brief- und Paketzusteller in den Stützpunkten Reutlingen, Tübingen und Nürtingen. „Je länger der Streik dauert, desto mehr Rückstände wird es geben“, sagt Walker.

Die Briefkästen in der Region werden weitgehend leer bleiben. Rund zwei Drittel der Bezirke würden nicht mehr zugestellt, so schätzt Gewerkschaftssekretär Engelbert Reck die Folgen des unbefristeten Streiks ein. Aus Verdi-Sicht hat die Post kein Interesse an einer Lösung am Verhandlungstisch. „Die Beschäftigten sind sauer, die Zeichen stehen auf Sturm“, erklärte Arnold Püschel, Landesfachbereichsleiter Baden-Württemberg, per Pressemitteilung.

Ein Knackpunkt der Auseinandersetzungen sind die bundesweit 49 regionalen Paketgesellschaften, die DHL Delivery GmbHs. Dort werden die Paketboten nach niedrigeren regionalen Tarifen der Logistikbranche bezahlt. Das macht in anderen Regionen 13 000 Euro weniger pro Jahr für die Beschäftigten aus. Neben Entgelt- geht es aber auch um Arbeitsbedingungen. „Die Beschäftigten erleben, dass ihre Arbeit in keiner Weise geschätzt wird und dass sie mit immer mehr Arbeit überhäuft werden“, sagt Reck.

Die Post „versucht alles, um die Auswirkungen des Streiks gering zu halten“, so deren Sprecher Hugo Gimber. Seinen Angaben nach haben Beamte und Verwaltungskräfte rund 88 Prozent der Briefe und 93 Prozent der Pakete bearbeitet. Wenn eine Sendung unbedingt am nächsten Tag ankommen muss, empfiehlt er den Expressbrief. Der kostet allerdings 10,90 Euro. In vielen Fällen, sagt Gimber, genüge allerdings auch ein Fax mit Sendebestätigung. kai

Info: Verdi lädt zur Streikversammlung heute um 16 Uhr in die Reutlinger Gaststätte „Zum Hades“. Dort spricht Landesfachbereichsleiter Arnold Püschel über die aktuelle Lage.

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11.06.2015, 12:00 Uhr

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