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Nur Fliegen ist schöner

Nur Fliegen ist schöner

In der sanften Komödie macht ein Midlife-kriselnder Mann auf einer Kajakfahrt aberwitzige Bekanntschaften.

Nur Fliegen ist schöner

Comme un avion
Frankreich 2015

Regie: Bruno Podalydès
Mit: Bruno Podalydès, Sandrine Kiberlain, Agnès Jaoui

105 Min. - ab 0 Jahren

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01.02.2016
  • Thomas Volkmann

Wenn er auf dem Motorrad sitzt, wird vor dem Start erst einmal die gesamte Technik gecheckt. Sein Kleiderschrank gleicht einem Museum für Spielzeugflugzeuge. Als Frau und Freunde ihn an seinem 50. Geburtstag mit einem Gutschein für ein Flugwochenende überraschen, fühlt sich Michel, obwohl er lange schon davon träumt, ein Pilot zu sein, mehr ertappt als berührt. Als er entdeckt, dass Kajak-Boote in ihrer Konstruktionsweise einem Flugzeug ohne Flügel gleichen, ist der melancholisch wirkende Grafiker Feuer und Flamme. Er bestellt sich ein solches Boot und will damit einen Fluss bis zum Meer befahren. Perfektionistisch veranlagt wie er ist, stellt er sich seine Ausrüstung zusammen, bis hin zum Zigarillo im wasserdichten Etui. Weit kommt er allerdings nicht.

Bruno Podalydès, der auch das Drehbuch schrieb und Regie führt, ist in der Hauptrolle als Michel ein mal neurotischer, mal exzentrischer Träumer, der es bisher versäumt hat, seine Träume tatsächlich auch zu leben. Doch die Einsamkeit scheint nicht sein Ding. Kaum trifft er Menschen, sucht er deren Kontakt - und kann sich kaum mehr losreißen. Was er erlebt, sind absurde und witzige, aber auch höchst charmante Momente, gänzlich frei von Klamauk oder bemühtem Slapstick, stattdessen von einer warmherzigen und märchenhaften, leicht surrealen Poesie beflügelt und Dialogen voller Wortwitz - wozu auch die in den Nebenrollen überzeugenden Sandrine Kiberlain, Agnès Jaoui und Vimala Pons beitragen.

Anders als Robert Redford, der zuletzt als Weltumsegler in „All is lost“ mit dem Überleben kämpfte und in „Picknick mit Bären“ Selbstfindung auf klamaukhafte Weise betrieb, gefällt Podalydès durch seine an ein gemütliches Bärchen erinnernde Art und die in Selbstgesprächen direkte Adressierung an den Zuschauer. Man ist ihm stets so nahe, als säße man mit in seinem Boot - und lässt sich wie er treiben. Schön und passend dazu die Chansons - unter anderem von Georges Moustaki.

Ein 50-jähriger Melancholiker lässt sich im Kajak treiben und genießt endlich das Leben.

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01.02.2016, 07:00 Uhr

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