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Radsport: Nach langem Warten die Gewissheit

Nur ein Downhill-Fahrer war bei der DM schneller als Janik Rebmann aus Bodelshausen

Über 4000 Zuschauer waren in Albstadt Zeuge einer Sensation. Bei der deutschen Meisterschaft der Downhill-Fahrer raste der Bodelshausener Janik Rebmann auf der steilen, 1400 Meter langen Piste auf Rang zwei. „Ich kann es noch gar nicht begreifen“, zog der 19-Jährige nach der Zieldurchfahrt Bilanz.

29.07.2014
  • Bernhard Schmidt

Albstadt. 61 Fahrer stürzten sich am Sonntag in Tailfingen den steilen Hang hinunter ins Schalkental. Weil Janik Rebmann am Samstag in der Qualifikation, im sogenannten Seeding-Rennen gestürzt war, ging er am Sonntag im Albstädter Bikepark schon als 34. auf die Strecke. Und der Bodelshausener fuhr das Rennen seines Lebens. „Er hat eine Zeit runtergeknallt, an denen sich die anderen die Zähne ausgebissen haben“, erzählt Holger Blum, Betreuer des Albstädter Bikeparks, in weiteren Funktionen Rebmanns Teamchef, außerdem Sponsor der spektakulären Veranstaltung. An Rebmanns früher Fabelzeit von 1:54,22 Minuten mühten sich fast alle Kontrahenten vergeblich ab. Eng für wurde es erst, als der Sechste, Jasper Jauch, bis auf drei Sekunden an die Zeit des Bodelshauseners ran kam. Auch Marcus Klausmann, der deutsche Serienmeister der vergangenen Jahre, verfehlte Rebmanns Bestzeit um zwei Sekunden. Erst der Weltcup-erfahrene Johannes Fischer zerstörte die Titelträume des Lokalmatadors. Doch Rebmann war mit dem zweiten Platz mehr als zufrieden: „Zuerst konnte ich es nicht glauben. Ich muss mich erst daran gewöhnen.“

Rebmanns Trumpf: immer gut fokussiert

„Janick hat genau zum richtigen Zeitpunkt seinen Top-Speed gefunden“, sagt Betreuer Blum. Schon im vergangenen Jahr sei sein Schützling gut drauf gewesen, durch eine Verletzung aber zurückgeworfen worden. Vor einigen Wochen hatte Rebmann gegen internationale Konkurrenz in Bad Wildbad mit einer guten Platzierung überzeugt. Nun in Albstadt gegen die starke nationale Konkurrenz den Vize-Titel zu holen, damit hatte Rebmann selbst nie und nimmer gerechnet: „Ich konnte mir bestenfalls einen Platz in den Top Ten vorstellen.“

Das mit dem Heimvorteil wollte Rebmann, der überwiegend in Albstadt, aber auch in Bad Wildbad und Todtnau trainiert, nicht überwertet wissen. Die Umbauten an der Strecke zwei Wochen vor der DM waren auch dem „Local Hero“ noch kaum bekannt. Außerdem, so sagt sein Teamleiter Blum, müsse man mit diesem Druck erst einmal umgehen können.

Im Hobbyrennen stürzte ein Fahrer schwer und musste mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen werden. Unterschätzen die Downhill-Fahrer das Risiko? „Ich bin kein Draufgänger“, wehrt Rebmann ab, „ich kann die Grenzen und meine Fähigkeiten gut einschätzen.“ Es sei eine seiner größten Qualitäten, genau zum richtigen Zeitpunkt fokussiert zu sein, sagt sein Betreuer Blum.

Profis gibt’s unter den Downhill-Fahrern kaum. Janik Rebmann, derzeit bei der Bodelshausener Firma Schaich in der Ausbildung zum Feinwerk-Mechaniker, ist ein lupenreiner Amateur, findet aber trotzdem am Abend oder an den Wochenenden genug Zeit fürs Training. Zum Ausgleich und für die Ausdauer fährt der 19-Jährige oft auf dem Mountainbike durch die Natur, geht gern Schwimmen und Klettern.

Konkurrenz hin oder her – unter den Downhill-Fahrer herrscht eine kollegiale Atmosphäre. „Wir haben ein entspanntes Verhältnis. Man respektiert sich gegenseitig.“ Gerne würde der Bodelshausener Ende August beim Weltcup-Rennen in Meribel auch international Erfahrung sammeln. Doch der Frankreich-Trip ist noch unsicher – nicht zuletzt, weil dem Nachwuchsmann dafür noch Geld fehlt.

Nur ein Downhill-Fahrer war bei der DM schneller als Janik Rebmann aus Bodelshausen
Der Zweitschnellste bei der Hatz über Stock und Stein: Janik Rebmann mit Startnummer 20. Bilder: Mesick

Nur ein Downhill-Fahrer war bei der DM schneller als Janik Rebmann aus Bodelshausen
Nur einer war schneller: der stolze Silbermedaillengewinner Janik Rebmann.

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29.07.2014, 12:00 Uhr

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