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Judo: Mit den Teamkollegen aufs Podium

Nur im Einzel hatte sich JSV-Kämpfer Sandro Makatsaria bei der U 21-EM mehr erhofft

Sandro Makatsaria vom JSV Tübingen war bei der U 21- Europameisterschaft in Bukarest mit dem Ziel angetreten, eine Medaille zu holen. Doch der 18-Jährige verpasste den Einzug ins Viertelfinale. Mit der Nationalmannschaft hingegen holte der gebürtige Georgier Bronze.

24.09.2014
  • Bernhard Schmidt

Bukarest. Makatsaria, der in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm antritt, war am Samstag stark in die Europameisterschaft gestartet. Nach nur 30 Sekunden hatte er den Österreicher Marko Ubanja von der Matte gefegt. Ungleich schwerer die Aufgabe im zweiten Kampf: Gegen den späteren Vize-Europameister Ushangi Margiani aus Georgien musste nach Gleichstand der „Golden Score“, eine einzige gewinnbringende Wertung, entscheiden. Margiani punktete mit einem Fußfeger, Makatseria hatte verloren. Und weil nach dem neuen internationalen Reglement die Trostrunde abgeschafft wurde, war für den Judoka des JSV, der sonst eigentlich keinen Gegner fürchten muss, das Einzelturnier schon zu Ende, das Viertelfinale verpasst.

Erfolgreicher war Makatsaria einen Tag später mit der Nationalmannschaft, die am Ende die Bronzemedaille holte und sich damit für die U 21-Weltmeisterschaft im November in Miami (Florida) qualifiziert hat. Dort wird das JSV-Talent im Team wie im Einzel starten. Zum mühelosen 5:0 gegen Polen steuerte auch der seit sieben Jahren für Tübingen startende Makatsaria einen Sieg bei. Schwieriger wurde es im zweiten Vergleich gegen die Ukraine. Die Deutschen verloren unglücklich 2:3 gegen den späteren Silbermedaillengewinner. Lange in Führung liegend verlor Makatsaria seinen Kampf nach einer kleinen Wertung für den Gegner, den Bronzemedaillengewinner im Einzelwettbewerb. „Das war eigentlich völlig unnötig“, ärgerte sich sein Tübinger Trainer Rainer Lupschina.

In der Trostrunde besiegten die Deutschen Griechenland 5:0, gewannen dann überraschend gegen die viel höher gewetteten Russen mit 3:2. Zum Leidwesen seines Heimtrainers verlor Makatsaria wieder seinen Kampf. „Er hat zwei Techniken nicht weiterentwickelt“, sagt Lupschina, „da muss er noch was tun. Er greift immer an der gleichen Stelle an, wird daher für den Gegner zu leicht berechenbar.“

Grundsätzlich aber sind Lupschina genauso wie Bundestrainer Richard Trautmann, Bronzemedaillengewinner von Atlanta 1996, von den Qualitäten des gebürtigen Georgiers überzeugt. Obwohl der 18-Jährige bei der U 21-EM zu den jüngeren Jahrgängen gehört, könne er sich jederzeit mit den Besten und den Älteren messen, sagt Lupschina: „Die körperlichen Unterschiede gleicht er durch seine koordinativen Fähigkeiten aus. Er ist ein Instinktkämpfer, der die Bewegungen des Gegners früh adaptiert. Damit ist er kaum zu werfen. Er ist eine Kämpfernatur.“

Nur im Einzel hatte sich JSV-Kämpfer Sandro Makatsaria bei der U 21-EM mehr erhofft
Zwei im freien Flug: Sandro Makatsaria vom JSV Tübingen (rechts im weißen Anzug) bei seinem Kampf in der Trostrunde gegen Russland. Der 3:2-Sieg sicherte der deutschen Mannschaft am Ende den dritten Platz.Bild: Di Feliciantonio, EJU

Der aus der georgischen Hauptstadt Tiflis stammende Sandro Makatsaria ist seit sieben Jahren beim JSV Tübingen, trainierte mit Trainer Rainer Lupschina. Vor einem Jahr ist der heute 18-Jährige an den Olympia-Stützpunkt in Stuttgart gewechselt. „Dort hat er die besten Trainingsbedingungen“, sagt sein Heimtrainer Lupschina. Im Stuttgarter Leistungszentrum absolviert Makatsaria seit diesem Sommer ein Freiwilliges Soziales Jahr. Danach würde Makatsaria, um weiter intensiv seinen Sport betreiben zu können, gerne zur Bundeswehr oder zur Polizei gehen. In Stuttgart trainiert der Vorzeige-Kämpfer des JSV zwei Mal täglich. Die internationale Konkurrenz sei bärenstark, verfüge über eine starke Physis und große Ausdauer, sagt Lupschina. Deshalb gegen die Kaderathleten des Deutschen Judo Bundes regelmäßig zu Trainingslagern in die Judo-Hochburgen wie Südkorea oder wie zuletzt Kasachstan. „Man fährt mit Jungs dorthin und kommt mit Männern wieder zurück“, umschreibt Bundestrainer Richard Trautmann drastisch das Erfolgsrezept des Verbandes.

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24.09.2014, 12:00 Uhr

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