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Weihnachtsmusik

O Tannenbaum fürs Weltall

Es müssen nicht alle Jahre wieder Wham! und Bing Crosby sein: Neue Tonträger zum Fest – zwischen Schlager, Rock, Swing und HipHop.

21.12.2016
  • CLAUDIA REICHERTER

Ulm. Wer jetzt noch keinen Plan hat, was er seinen Gästen an Heiligabend hinstellen oder schenken soll, dem ist nicht zu helfen? Schmarrn, die Läden haben noch dreieinhalb Tage geöffnet, Socken oder Schals lassen sich notfalls in zwei Tagen fertigen, und Internethändler können zwei bis drei Tage vorher Bestelltes dank emsiger Zusteller auch noch bis Samstag schaffen. Geeignet zum Auf-den-letzten-Drücker-Besorgen sind natürlich Tonträger – egal, ob aus Vinyl, als CD oder Kaufkassette. Für persönliche Geschenke können Musikfans Songs legal auf ihren Computer laden und daraus Mix-CDs zusammenstellen, brennen und mit eigenhändig gezeichnetem Cover versehen.

Von Wham! und Bing Crosby nach gefühlt 100 Jahren Dauer-Advents-Berieselung den red-nosed Reindeerriecher voll? Zum Glück haben sowohl U- als auch E-Musik zu diesem kommerzträchtigen Zeitpunkt Neues zu bieten: Rund 80 Titel tauchen unter den Stichworten „Weihnacht“ und „Christmas“ im Katalog aktueller Platten-Neuerscheinungen auf – quer durch alle Musikstile. Ein paar Tipps:

Beim Schlager ist Helene Fischer Pflicht: „Weihnachten (neue Fanbox)“ (Universal/Polydor) beinhaltet 4 CDs und eine Live-DVD aus der Wiener Hofburg mit insgesamt 497 Minuten Hochglanz-Gesang, 96-Seiten-Booklet, zwei Helene-Christbaumkugeln und fünf Helene-Weihnachtskarten. Die CDs umfassen so ziemlich alle bekannten Weihnachtslieder und modernen Christmas Classics. Von „O Tannenbaum“ über „Last Christmas“ und „Driving Home For Christmas“ bis zu einer wirklich hörenswerten Version von Frankie Goes To Hollywoods „The Power Of Love“.

Vom Glamour-Faktor und nicht nur stimmlichen Umfang her reduzierter: Heinos „Mit weihnachtlichen Grüßen“ (SMA/Ariola) und „Wunderschöne Weihnachtszeit mit Patrick Lindner“ (Telamo).

Stubenmusik , kaum überraschend, aber stimmungsvoll: „Weihnachten – Stubenmusik, Lieder und Weisen – Folge 3“ (Bogner Musik) mit 30 Aufnahmen von Volksweisen und moderner alpenländischer Volksmusik. Auch empfehlenswert: „Weihnachten mit dem Kärntner Viergesang“ (MCP Sound & Media) und „Weihnachtszeit“ von Hubert Zangerl alias Hu (hu-music.at).

Die Helene des Pop ist Kylie Minogue: „Kylie Christmas“ (Parlophone) bietet rund und perfekt produzierte Songs mit Sex-Appeal und Bigband-Einsätzen in interessanter Zusammenstellung. Michael Bublé veröffentlicht mit „It's Beginning To Look A Lot Like Christmas“ (Reprise Records) eine Single von 2011 neu: geschmeidig elegant. Bei der dritten Auflage von „Sing meinen Song – Das Weihnachtskonzert“ (Dein Label) erscheint Xavier Naidoos „Ihr Kinderlein kommet“ verzichtbar bis unerträglich, während Niedeckens raukehlige Variante von Lennon/Onos „Happy Christmas“ und Samy DeLuxes Version von Otis Reddings „Dock Of The Bay“ begeistern. Erdmöbel folgen mit „Weihnachten im Weltall“ (jippie!) ihrer Tradition eines Jahresendliedes samt Video. Dazu gibt es ein Weihnachts-Songbuch.

Gefühlvoll klingt die Swing -Single „Have Yourself A Merry Little Christmas“/„Hallelujah“ (hinterland jazz productions) des Hinterland Swing Orchestra. 16-fach Weihnachtliches im Stil der 20er bis 40er bietet die Swing Kabarett Revue (ADair Records). Die St. Petersburger Rock -Band Otava Yo überrascht mit „Christmas“ in Folk-Rock-Punk-Deko. Die US-Band Halestorm verpackt AC/DCs „Mistress For Christmas“ (Atlantic Records) neu. Besinnlichkeit und Hüftschwung unterm Mistelzweig verbinden The Baseballs mit „Good Ol Christmas“ (Warner). Gut gemacht und wunderschön.

Jazzig verspricht das Christiane Dehmer Trio „Freue Dich! Deutsche Weihnachtslieder überraschend anders (Creative Heart Music); Ex-Wise-Guys-Bass Ferenc Husta feiert „Weihnachten mal anders!“ (Cube) – mit Gedichten. Die Essener HipHop per 257er hübschen ihren Sommerhit „Holz“ festlich auf. Wer auf Sufjan Stevens steht, darf sich über TanLeRacoon freuen: „Just another Christmas Wish“ (Légère Recordings) ist eine lässige 3-Track- Indie -Perle.

Im Bereich Klassik legt das Deutsche Filmorchester Babelsberg mit „Ein Wintermärchen – Weihnachtslieder aus Deutschland“ (UMD/Panorama) Empfehlenswertes vor: Komponist, Pianist und Produzent Christoph Israel hat dafür, unterstützt von Max Raabe, Cassandra Steen, Gregor Meyle und Katharina Thalbach, 18 Lieder neu arrangiert – zwischen Minimalismus, Ambient und einfach klassisch schön. Seine Songsammlung solle helfen, „sich wieder auf den Ursprung dieses Festes zu besinnen, das ja etwas Feierliches, Fröhliches hat“.

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21.12.2016, 06:00 Uhr

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