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Schienen-Disput im Wahlkampf

OB-Kandidatin Beatrice Soltys ist für Regional-Stadtbahn / Fragezeichen bei der Trasse durch die Tübinger Innenstadt

Stadtbahn-Skeptiker bekamen ein Podium im OB-Wahlkampf von Beatrice Soltys. Das fand auch der Unterstützerverein Pro Regio-Stadtbahn gut.

02.10.2014
  • Mario Beisswenger

Tübingen. „Endlich gibt es eine Diskussion.“ Bernd Strobel vom Vorstand des Unterstützervereins Pro Regio-Stadtbahn musste am Dienstagabend eine um die andere Frage zu dem 900-Millionen-Projekt beantworten. Er war aber sehr zufrieden, dass mal nicht nur Nahverkehrfans zu einer Veranstaltung kamen, sondern auch Skeptiker, Kritiker und Leute, die das Projekt für glatte Geldverschwendung halten.

OB-Kandidatin Beatrice Soltys ist für Regional-Stadtbahn / Fragezeichen bei der Trasse durch die
Die OB-Kandidatin setzt auf ihre Person vor neutralem Hintergrund: Seit dem Wochenende hängen etwa 500 Wahlplakate von Beatrice Soltys in Tübingen. Bild: Sommer

Eingeladen hatte die OB-Kandidatin Beatrice Soltys. Sie nahm für sich in Anspruch, damit eine erste echte Bürgerbeteiligung zum Thema zu organisieren. Sie legte auch ihre Position fest. „Ich bin ganz klar für die Regionalstadtbahn.“

Das heißt für sie aber nicht, dass sie auch für den Schienenteil ist, der vom Bahnhof nach Waldhäuser-Ost führen soll. Das ist für sie die Tübinger Stadtbahn. Hinter die setzte sie etliche Fragezeichen. „Ich frage da nach Zahlen und Fakten.“ Grundsätzlich müsse „seriös und bis ins letzte Detail“ alles geprüft werden – von der Tragfähigkeit der Eberhardsbrücke bis zur Einbindung der Buslinien. „Da sind noch viele Dinge nicht zu Ende gedacht.“

Aus dem etwa 70-köpfigen Publikum in der Gaststätte Reefs kamen viele Fragen. Mit einigem Geschick moderierte sie Prof. Hartmut Topp, Verkehrs- und Stadtplaner an der Technischen Uni Kaiserslautern. Soltys kennt ihn aus gemeinsamer Arbeit am Verkehrsplan für Fellbach. Topp war in Tübingen am Runden Tisch zum Zinser-Dreieck dabei.

Die Fragen nach Strobel Vortrag brachten viele Detailinformationen. Die Neckarbrücke müsste wohl um 4,50 Meter breiter werden, entweder durch Anbau oder Neubau. Die 55 Zentimeter hohe Bahnsteigkante soll wohl nicht durchgehend sein, sondern nur so lang wie ein Wagenteil. Der Fahrradstreifen bergab in der Mühlstraße wäre wohl 1,50 Meter breit, wenn am neu gebauten Rad- und Fußweg bergauf nichts geändert wird. Eine Sperrung für Autos hält Strobel für „sinnvoll“, wenn dort die Stadtbahn fährt.

Die Linie 18, die von Rottenburg kommend Hirschau direkt an die Kliniken anbindet, fährt wohl nur noch bis zum Bahnhof. Immerhin rechnet der Stadtbahnverein, das etwa nur noch halb so viele Busse durch die Mühlstraße fahren werden. Über mögliche Kosten für Tübingen sagte Strobel nichts. Das hänge noch von zu vielen Dingen ab, sehr entscheidend von den zukünftigen Zuschüssen von Bund und Land.

Neben Nachfragen gab es auch Grundsatz-Kritik. Gastronom Herbert Rösch fand es „ein bisschen viel“, für 3000 Klinikbeschäftigte, die vielleicht die Bahn nutzen könnten, 900 Millionen Euro hinzulegen. Strobel wies darauf hin, dass der seiner Meinung nach vorsichtige Gutachter von täglich 20 000 Fahrgästen ausgeht und die Kosten für die Teil-Strecke bei gut fünf Millionen liegen.

Immer wieder versuchte er, die grundsätzliche Idee der Stadtbahn klar zu machen: das umsteigefreie Fahren von der Region in die Stadt. Es gab mehrere Wünsche, die Bahn nur bis zum Hauptbahnhof zu führen oder im großen Bogen um die Stadt zu den Kliniken. Beides sei sinnlos, so Strobel: Eine Bahn auf der grünen Wiese ohne Haltestellen bringe nichts. „Entscheidend ist, die Innenstadt anzuknüpfen.“

Viele konnten sich nicht vorstellen, dass eine Stadtbahn immer zuverlässig und flott genug unterwegs ist, um Pendler aus dem Auto zu locken. Manche fürchteten eine Verschandelung der Stadt. Die Unternehmerin Ingrid Fischer fasste das so zusammen: „So viel Geld und alles wird hässlicher.“ Strobel hielt mit Argumenten dagegen (schnelle Fahrzeuge, schlanke Masten), empfahl aber, in Städte zu gehen, die schon eine Stadtbahn haben. Seine Ausflugtipps: Karlsruhe, Saarbrücken, Freiburg, Mulhouse, Kassel, Chemnitz oder Grenoble.

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02.10.2014, 12:00 Uhr

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