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„Da empfinde ich meine Partei als eher widerwillig“

OB Palmer fordert mehr Toleranz auch für Anhänger der AfD

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat seine Partei zu Toleranz auch für Menschen aufgerufen, die der AfD nahestehen.

05.11.2016

Von dpa

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Foto: Silas Stein/Archiv dpa

Berlin/Tübingen. «Wir müssen die Toleranz, die wir früher für uns eingefordert haben, nun selber an den Tag legen», sagte Palmer der «Welt». «Es bedarf einer Toleranz gegenüber Menschen, die wir - vielleicht auch zu Recht - für reaktionär und kleingeistig halten. Auch diese Leute haben einen Anspruch darauf, ernstgenommen zu werden.» Es gebe eine Minderheit im Land, die sich ausgegrenzt und zurückgelassen fühle, sagte Palmer. Es sei Aufgabe der Grünen, auf derartige Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. «Da empfinde ich meine Partei als eher widerwillig.»

Palmer appellierte an seine Partei, künftig klar zwischen Rassismus und Alltagsrassismus zu unterscheiden. «Ich trete der Theorie entgegen, dass man den Alltagsrassismus so entschieden bekämpfen muss wie den offen ausgelebten.» Alltagsrassismus sei so diffus, dass man den Großteil der Bevölkerung damit beschuldigen könnte.

Eine rot-rot-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl 2017 schloss Palmer aus - und damit auch die Einführung der bei den Grünen umstrittenen Vermögensteuer. «Ich sehe nicht, dass die Linkspartei fähig ist, sich an einer Bundesregierung zu beteiligen», sagte Palmer.

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Erstellt:
5. November 2016, 11:43 Uhr
Aktualisiert:
6. November 2016, 11:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. November 2016, 11:38 Uhr

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