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Gutachter soll Vorwürfe gegen Max-Planck-Institut für Kybernetik klären

OB Palmer in der Kritik bei der Tierversuchs-Debatte

Mit einem externen Gutachter will die Max-Planck-Gesellschaft die Vorwürfe von Tierschützern und schockierende Videoaufnahmen aus den Affen-Gehegen am Tübinger Max-Planck-Institut für Kybernetik überprüfen. Heftig kritisiert wird zudem OB Boris Palmer, der auf Facebook für die Forscher Partei ergriffen hat.

15.09.2014
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Tübingen. Eine offizielle Stellungnahme der Münchner Max-Planck-Gesellschaft (MPG) gibt es noch nicht. Man habe einen externen Experten hinzugezogen, teilte die Pressestelle mit. Dieser soll zusammen mit Vertretern der Münchner Zentrale die Sachlage in Tübingen aber auch das von Stern-TV ausgestrahlte Videomaterial überprüfen. Voraussichtlich am Mittwoch werde es ein erstes Ergebnis geben.

Die Kritik der Tierschützer gilt mittlerweile auch Oberbürgermeister Boris Palmer. Im Internet findet sich eine Online-Petition bis hin zur Forderung, ihn aus seiner Partei auszuschließen. Palmer schreibt auf seiner Facebook-Seite, er habe sich beim Max-Planck-Institut informiert. „Mir wurde sehr plausibel erklärt, dass die Bilder das Ergebnis einer Manipulation sind. Die Tiere wurden nach allem, was ich in Erfahrung gebracht habe, ihrem Leid von den vermeintlichen Tierschützern ausgesetzt, um spektakuläre Bilder zu erzeugen.“

Damit bezieht er sich vor allem auf die schriftliche Erklärung eines leitenden MPI-Mitarbeiters. Darin heißt es: „Die Bilder und Filmaufnahmen, die in der Stern-TV-Sendung gezeigt wurden, sind meilenweit davon entfernt, unsere Standards, die Verfassung unserer Tiere oder die alltäglichen Interaktionen zwischen unserem Personal und den Affen wiederzugeben.“ Es sei „eine wahre Lüge“, dass den Tieren Futter vorenthalten würde.

Die Videoaufnahmen der Soko Tierschutz zeigen unter anderem einen halb gelähmten Affen, der sich übergibt. Der MPI-Mitarbeiter hierzu: „Die Tierpfleger sind angehalten, in derartigen Situationen sofort den Tierarzt zu verständigen; stattdessen wurden hier Filmaufnahmen gemacht. Ich bedaure es wirklich sehr, dass der Tierschutzaktivist diesen Unglücksfall ausnutzte, um ihn fälschlicherweise als ,Zustand‘ unserer Versuchstiere zu präsentieren. Jedes Tier in einem solchen Zustand wird sofort getötet und einer Autopsie unterzogen, deren Ergebnisse an die zuständigen Behörden übermittelt werden.“ Zur Klärung weiterer Fragen trifft sich Palmer am Donnerstag mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann.

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15.09.2014, 12:00 Uhr

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