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Rahmen ist abgesteckt, Inhalte gibt’s später

OB und OB-Kandidat Boris Palmer stellte seine Wahl-Kampagne vor

Zur Präsentation seiner Wahlkampagne hatte OB-Kandidat Boris Palmer die Presse eingeladen – und die Vertreter aller lokalen Medien kamen. Das TAGBLATT auch, logisch. Schließlich wollen wir wissen, was Palmer in den nächsten acht Jahren vorhat. So er denn wiedergewählt wird.

05.08.2014
  • Sabine Lohr

Fehlanzeige: „Heute keine Inhalte“, war die Devise von Boris Palmer. Das Wahlprogramm sei zwar fertig, werde aber erst am 12. September präsentiert. Zehn Seiten dick sei es, zehn Themen umfasse es und es werde in alle Tübinger Haushalte verteilt. 45.000 Exemplare werden gedruckt, damit auch wirklich jeder Briefkasten bestückt werden kann.

Plakate gibt es auch. Acht verschiedene hat sein Wahlkampfteam vorbereitet. Es gibt grüne, blaue und orangene. Grün steht für Öko, blau für Wirtschaft, orange fürs Soziale. Schlagwort auf allen: „Weiter“, was Palmer doppeldeutig meint. Einmal als Fortsetzung seiner bisherigen Politik, einmal als ein „Weiter als“. Dieses „Weiter“ solle, sagt er, eben auch Ehrgeiz ausdrücken. „Flächen für Jobs schaffen“, steht auf einem der blauen Plakate, den CO2-Ausstoß um „weitere 25 Prozent senken“ auf einem anderen. Wie? „Sage ich im September.“

Lieber redet er bei der Pressekonferenz darüber, dass diese Plakate allem widersprechen, was ein gutes Werbeplakat ausmache. Sie zeigen nicht sein Gesicht und sie sind textlastig. Doch er halte es mit der BBC mit ihrem Satz: „Wir überschätzen die Informiertheit der Leute und wir unterschätzen die Urteilskraft der Leute.“ Sein Gesicht bräuchten die Plakate nicht, weil sowieso alle wüssten, wie er aussehe, sagt er selbstbewusst. Und Inhalte könnte er den Tübingern durchaus zumuten. Aber eben erst nach den Ferien.

Zum Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd lässt er sich von Bürgern begleiten, an Infoständen mit aufblasbaren Sesseln wird er zu Gesprächen bitten und er will sich unter dem Motto „Hol den OB in deine WG“ in Wohngemeinschaften einladen lassen. Buchen kann man ihn auch: Wer eine Gesellschaft mit mindestens 20 Personen zum Grillen oder Feiern einlädt, darf Palmer dazubitten. Allerdings weniger zum Smalltalk als vielmehr zum Diskutieren über stadtpolitische Themen.

Die Teilorte besucht Palmer auch alle. Gleich am Dienstag ist Hagelloch dran. Das sei der Ort, in dem er zum ersten Mal eine Wahl gewinnen wolle, sagt er. Vor acht Jahren nämlich war Hagelloch die Hochburg von Palmers Vorgängerin Brigitte Russ-Scherer – 45,2 Prozent der Stimmen hatte sie dort bekommen. Palmer hingegen fuhr dort mit 34,1 Prozent sein schlechtestes Ergebnis ein.

Das soll sich am 19. Oktober ändern – und zwar auf Anhieb. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es einen zweiten Wahlgang gibt“, sagt Palmer siegessicher. 50,1 Prozent hat er sich zum Ziel gesetzt. Aber er freue sich auf einen ernsthaften Wahlkampf, er möge politische Debatten. Allerdings sei er „erstaunt, welches Versteckspiel die CDU mit ihrer Kandidatin treibt“. Anders bei ihm: „Ich muss nicht verbergen, dass ich Parteimitglied der Grünen bin.“

Was, nebenbei, auch die Finanzierung seines Wahlkampfs enorm erleichtert. Ein Euro pro Einwohner steht ihm zur Verfügung – 84 000 Euro also. Und dazu noch prominente Unterstützer: Ministerpräsident Winfried Kretschmann gehört ebenso dazu wie die Fraktionsvorsitzende im Bundestag Kathrin Göring-Eckhart und der ehemalige Münchner OB Christian Ude.

Schweres Geschütz also, das Kandidat Palmer da auffährt. Immerhin hat seine Herausforderin nun noch etwas Zeit, dagegen zu halten. Bis 12. September eben. Danach haben die Kandidaten dann noch etwas mehr als einen Monat, um für sich und ihre Inhalte zu werben. Wofür Palmer übrigens im Oktober Urlaub nimmt, damit niemand auf die Idee kommt, er verwende seine Arbeitszeit und städtisches Geld für seinen Wahlkampf. Seinen Amtsgeschäften werde er während dieser Zeit trotzdem nachkommen, verspricht er. Nebenher aber Flyer mit Inhalt, Brausetütchen, Luftballons und Sattelschoner unters Volk verteilen. Und Kondome – „für die Nachtveranstaltungen.“

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05.08.2014, 12:00 Uhr

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