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Ölspur nach Moskau
Rex Tillerson pflegt enge Kontakte nach Russland. Foto: A2800/_Sergei Ilnitsky
USA

Ölspur nach Moskau

Mit Exxon-Chef Rex Tillerson hat Donald Trump den Posten des zukünftigen Außenministers besetzt. Kritik kommt von allen Seiten.

14.12.2016
  • Peter De Thier (mit dpa)

Washington. Er hat ausländische Regierungen verklagt und regelmäßig brüskiert. Zu seinen besten Freunden zählt ein Mann, dem die US-Geheimdienste vorwerfen, die Präsidentschaftswahl manipuliert zu haben. Nun soll Rex Tillerson (64), Vorstandschef des Energiekonzerns Exxon Mobil, amerikanischer Außenminister werden. Vorbehalte haben nicht nur führende Demokraten. Selbst einflussreiche republikanische Senatoren haben angekündigt, dass sie den Konzernlenker gründlich durchleuchten werden und wollen nicht ausschließen, dass sie seine Bestätigung ablehnen werden.

Tillerson arbeitet seit 1975 bei dem Öl-Multi, direkt nach seinem Studium begann er dort als Ingenieur. 31 Jahre später war er ganz oben angekommen. Bedenken haben Entscheidungsträger in Washington deswegen, weil der designierte Chefdiplomat nicht auf Kooperation, sondern rabiate Ellenbogenmentalität setzt. Als Venezuelas früherer Staatspräsident Hugo Chavez die Ölindustrie verstaatlichte, gab sich Tillerson nicht mit einer Entschädigungszahlung zufrieden, sondern klagte. Mit Erfolg. Mit dem Bau von Ölfeldern in Kurdistan irritierte er die Regierung in Bagdad.

Das größte Problem haben Gegner aber mit Tillersons engen Beziehungen zum Kreml. Mit dem Ölgiganten Rosneft, der mehrheitlich dem russischen Staat gehört, betreibt Exxon Mobil zahlreiche Projekte. Wirtschaftssanktionen, die als Reaktion auf die Krim-Annexion verhängt wurden, kritisierte er scharf. Mit Putin, der ihm den russischen „Freundschaftsorden“ verlieh, verbindet Tillerson zudem eine enge persönliche Beziehung.

In einer Erklärung machte Donald Trump klar, dass er von seinem Ministerkandidaten einen Kurswechsel in der US-Außenpolitik erwartet. Tillerson stehe für eine Abkehr von „Jahren der schlechten Außenpolitik, welche die Sicherheit und den Platz Amerikas in der Welt geschwächt“ habe, erklärte der designierte US-Präsident.

Beobachter verweisen auf das sonderbare Timing. Dass Donald Trump ausgerechnet einen engen Freund des russischen Präsidenten als Außenminister zu einem Zeitpunkt nominiert hat, wo Theorien darüber Hochkonjunktur haben, dass dieser die Wahl zugunsten des Republikaners beeinflusst habe, könne kein Zufall sein.

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14.12.2016, 06:00 Uhr

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