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Lutz kauft Möbel Mahler

Österreicher übernehmen die Standorte Bopfingen und Wolfratshausen

Der Bopfinger Möbel-Filialist Mahler hat seine Häuser in Bopfingen und Wolfratshausen für rund 45 Mio. Euro verkauft. Künftig hat dort die österreichische Möbelkette XXX Lutz das Sagen.

02.11.2015
  • ALEXANDER BÖGELEIN

Bopfingen Die Neuausrichtung von Möbel Mahler (Bopfingen) im kommenden Jahr bringt wesentlich größere Einschnitte, als es das Familienunternehmen bisher mitgeteilt hat. In einer Pressemitteilung vom 14. Oktober hieß es: XXX Lutz beteilige sich am Mahler-Möbelhaus in Neu-Ulm. "90 Prozent des Standortes Neu-Ulm sowie die Geschäftsbetriebe in Bopfingen und Wolfratshausen bleiben im Besitz der Familie Mahler."

Dokumente, die der SÜDWEST PRESSE vorliegen, zeichnen ein anderes Bild der Lage. Danach haben sich Seniorchef Gerhard und sein Sohn Michael Mahler bereits Ende August mit der österreichischen Möbelkette XXX Lutz (Wels) auf den Verkauf der Standorte Bopfingen und Wolfratshausen (bei München) geeinigt, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Beide Möbelhäuser haben eine Fläche von rund 40 000 Quadratmeter.

Insgesamt wechseln mehr als 15 Gesellschaften ganz oder mehrheitlich den Besitzer, darunter sind auch bisherige Mahler-Immobilien- und Logistiktöchter. Als vorläufiger Gesamtverkaufspreis stehen im Kaufvertrag 45 Mio. EUR. Für die jeweils 10 Prozent Geschäftsanteile von drei Mahler-Firmen in Neu-Ulm ist jeweils nur der symbolische Wert von 1 EUR angesetzt.

Offen ist, wie groß der Anteil des Verkaufspreises ist, der Möbel Mahler zur freien Verfügung bleibt. Ein Blick in die Jahresbilanz der Mahler Baubeteiligungs- und Verwaltungs GmbH (Bopfingen), einem Kernpunkt des weit verzweigten Firmengeflechts, zeigt hohe Verbindlichkeiten, auch innerhalb der Unternehmensgruppe.

XXX Lutz ist gemessen am Umsatz nach Ikea und Höffner die Nummer drei der Möbelhändler in Deutschland. Den Einstieg bei Mahler lässt das Unternehmen bereits seit 14. Oktober von der österreichischen Wettbewerbsbehörde prüfen. Das bestätigte deren Sprecherin Sarah Fürlinger. Sollte es Einwände geben, dann stellt die Behörde aus Wien innerhalb von vier Wochen einen Antrag auf eine kartellgerichtliche Prüfung. Doch davon ist im Fall XXX Lutz/Mahler nicht auszugehen, sagen Branchenexperten. Schließlich kauft der Möbelgigant zwei Standorte in Deutschland, dort hat XXX Lutz keine marktbeherrschende Stellung. Haben die österreichischen Wettbewerbshüter keine Einwände, dann wird der Kaufvertrag in wenigen Tagen rechtswirksam

Seniorchef Gerhard Mahler wollte gegenüber der SÜDWEST PRESSE nicht zum Stand des Verkaufs Stellung nehmen. Im Moment könne er sich nicht äußern, werde dies aber umgehend tun, sobald Klarheit bestehe.

Betroffen von dem Verkauf der Standorte sind auch die Mitarbeiter in Bopfingen und Wolfratshausen. Möbel Mahler gibt im Internet die Zahl der Beschäftigten am Firmensitz auf der Ostalb mit 450 an, in Wolfratshausen mit 200, in Neu-Ulm mit 500. Nach der Pressemitteilung vom 14. Oktober beschäftigt Mahler an den drei Standorten rund 1000 Mitarbeiter. Branchenexperten stellen sich die Frage, wie Möbel Mahler die Filiale Neu-Ulm als einzelnen Standort betreiben will, zumal zentrale Funktionen wie Einkauf, Buchhaltung und Verwaltung bisher von Bopfingen aus erledigt wurden. Neu-Ulm ist aber durch die Beteiligung von XXX Lutz Mitglied im Einkaufsverband Giga International, den die Österreicher gegründet haben.

In der Möbelbranche und deren Branchendiensten ist die angespannte wirtschaftliche Situation von Möbel Mahler schon länger ein Thema. Vor knapp zwei Jahren hatte Mahler seinen gut gehendes Möbelhaus im sächsischen Siebenlehn an Jutta Krieger, die Tochter des Berliner Möbel-Moguls Kurt Krieger verkauft. Damals dementierte das Bopfinger Unternehmen, dass dies mit dem Erwerb und Umbau des alten Mutschler-Centers in Neu-Ulm zu tun habe. Dort hat Mahler rund 35 Mio. EUR investiert. Der Standort gilt in der Möbelbranche als wenig lukrativ.

Österreicher übernehmen die Standorte Bopfingen und Wolfratshausen

Österreicher übernehmen die Standorte Bopfingen und Wolfratshausen
Bisher ist XXX Lutz in Deutschland an 36 Standorten vertreten. Mit Bopfingen und Wolfratshausen wächst die Zahl auf 38. Möbel Mahler bleibt nur das Haus in Neu-Ulm (Bild unten). Fotos: Volkmar Könneke

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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