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„Evangelisches Schwarzbrot“ und eine Kollekte für den Konzertsaal

Offenes Adventslieder-Singen nicht nur für ein Tübinger Traum-Projekt

Mit ihrem Weihnachtsschmuck und heimelig erleuchteten Fenstern erinnern die Fachwerkhäuser rund um den Tübinger Marktplatz fast selbst an Adventskalender. Einige der Fenster sind am Montagabend geöffnet, Anwohner lauschen dem Ständchen vor dem Gemeindehaus Lamm. Tags zuvor hat Stiftskirchenkantor Ingo Bredenbach noch Bachs Weihnachtsoratorium dirigiert, bis zum Jahreswechsel wird er mit Kantatengottesdiensten und einer besonderen Silvester-Motette im Dauereinsatz sein.

24.12.2014

Tübingen. Am Montag leitet er ein offenes Advents- und Weihnachtsliedersingen, dirigiert nach allen Seiten. Etwa 500 Sangesfreudige sind auf dem Platz zusammengekommen, ausgestattet mit Liederheft und Kerze. Im Verlauf der knappen Stunde bleibt noch mancher Passant stehen und stimmt mit ein: „Macht hoch die Tür“, „Kommet, ihr Hirten“ und „Maria durch ein Dornwald ging“ – a cappella oder begleitet vom Posaunenchor Genkingen.

Auf die innig süße „Stille Nacht“ serviert Bredenbach „evangelisches Schwarzbrot“ wie „Es ist ein Ros entsprungen“, und die Rathaus-Glocke schlägt dazu noch eine Mollterz. Dazwischen gibt Bredenbach ein bisschen Liederkunde, streut markige Sprüche und humorige Scherze ein.

Die fünf Euro fürs versehentlich in die Pause hinein Singen kassiert er dann aber doch nicht. Tübingen ist geradezu berühmt für seine zahlreichen Chor- und Vom-Blatt-Sänger. Eine kleine Umfrage ergibt, dass gut zwei Drittel der Anwesenden in einem Chor singen. So bekommen sie denn auch gebührend etwas zu tun: „Hört der Engel helle Lieder“ mit dreistimmigem Gloria, „Tochter Zion“ im vierstimmigen Satz und der Hammerschmidt-Klassiker „Machet die Tore weit“ sogar aus dem Stand sechsstimmig.

Das klappt so problemlos, dass Bredenbach beschließt, im nächsten Jahr wieder ein offenes Adventslieder-Singen zu veranstalten – dann mit Bach-Choralsätzen. Vielleicht der Beginn einer schönen, neuen Tradition? Und wer noch keine guten Vorsätze für 2015 habe, so Bredenbach, solle doch in einen der über 35 Tübinger Chöre eintreten. „Damit nicht die anwesenden Kinder erst dereinst als Rentner die Eröffnung des Tübinger Konzertsaals erleben“, hat Bredenbach eine Bürger-Initiative gegründet. Wie schon beim Abendlieder-Singen in der Kulturnacht im Mai sammelte Bredenbach wieder für das Projekt. Es ging eine Kollekte von 900 Euro ein. Damit beläuft sich der aktuelle Stand der vom Kulturamt verwalteten Spenden auf über 3600 Euro. ach/Bild: Rippmann

Offenes Adventslieder-Singen nicht nur für ein Tübinger Traum-Projekt

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24.12.2014, 12:00 Uhr

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