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Weniger Grundschüler, mehr Haupt- und Werkrealschüler

Ofterdingen möchte Gemeinschaftsschule werden

Nur der Name fehlt. Ansonsten kann die Ofterdinger Burghofschule nahezu alles vorweisen, was eine Gemeinschaftsschule braucht. Deshalb wird sie sich um eine Genehmigung bewerben.

21.06.2012
  • susanne wiedmann

Ofterdingen. Bereits seit sieben Jahren werden die Burghofschüler ganztags betreut. Und nicht nur das: auch jahrgangsübergreifend, inklusiv und individuell. „Das pädagogische Konzept entspricht den Anforderungen der Gemeinschaftsschule“, erklärte Rektorin Ursula Kasper am Dienstagabend im Gemeinderat.

Mit zwölf Kindern startete die Ganztagsschule in Ofterdingen. „Das war der größte Schritt“, erinnert sich Kasper. Mittlerweile sind es weit über hundert Schüler. Mit dem Freundeskreis, der bereits vor zwölf Jahren gegründet wurde, hat die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule eine starke Lobby. Auch als nun die Grundschulempfehlung abgeschafft wurde, gingen – ganz gegen den Trend – die Anmeldezahlen für die Haupt- und Werkrealschule in Ofterdingen nicht zurück.

Weise und vorausschauend

21 Kinder sind im nächsten Schuljahr für die fünfte Klasse angemeldet. Das sind 40 Prozent der gesamten Einschulungen. 2006 waren es 16 Schüler (27 Prozent). Überhaupt stieg in den vergangenen Jahren der Anteil der Haupt- und Werkrealschüler an der gesamten Schülerzahl. Unter den 260 Schülern im nächsten Schuljahr werden 92 (35 Prozent) Fünft- bis Neuntklässler sein. Vor sechs Jahren waren es 29 Prozent. Und sie kommen nicht nur aus Ofterdingen, sondern auch aus Nehren, Bodelshausen, Dußlingen und Mössingen. 29 auswärtige Schüler besuchen ab September die Burghofschule. (2006: vier Schüler). Wobei sich die gesamte Zahl der Burghofschüler in den vergangenen Jahren kaum veränderte. Wegen des demografischen Wandels werden jedoch immer weniger Erstklässler eingeschult.

„Wir sind überzeugt, das ist etwas für uns“, sagte Kasper über die Gemeinschaftsschule. Und das schöne sei, dass der Antrag von den Elternbeiratsvorsitzenden eingebracht wurde. „Fakt ist: Der Wettbewerb um die Schüler wird sich verschärfen und die Schülerströme werden sich verändern“, betonte Bürgermeister Joseph Reichert. „Uns bleibt gar nichts anderes übrig.“ Deshalb sei es ein Glück, betonte SPD-Rätin Ruth Blaum, dass Ursula Kasper Weitblick bewiesen und individuelles und inklusives Lernen vorangetrieben hätte. „Es war weise und vorausschauend.“ Manche Schüler seien in den vergangenen Jahren sogar in Ofterdingen geblieben, obwohl sie eine Realschul-Empfehlung gehabt hätten.

Hoffen auf die nächste Runde

Kürzlich besichtigten Schulleitung, Freundeskreis und Verwaltung die Gustav-Werner-Schule in Walddorfhäslach, die vom Kultusministerium als eine der Starterschulen ausgewählt worden war, obwohl sie nur einzügig ist. „Was die Burghofschule an Angeboten und Ausstattung vorzuweisen hat, reicht bei weitem, diese zu überbieten“, erklärte Reichert. Deshalb geht man in Ofterdingen davon aus, dass die Burghofschule in der nächsten Auswahlrunde dabei ist. „Die Zahlen sprechen dafür.“ 29 Schüler reichten für eine zweizügige Gemeinschaftsschule aus. Da es bereits 21 Anmeldungen für die fünfte Klasse gebe, „ist es nicht völlig aus der Welt, dass wir zweizügig werden können“, sagte Kasper. Der Gemeinderat entschied bei einer Gegenstimme (Birgit Walter, CDU), den Antrag zur Errichtung einer Gemeinschaftsschule zu stellen.

Es sei aber ein Unding, wie die Politik mit den Gemeinden umgehe, ärgerte sich Jürgen Adam (FWV). Erst Werkrealschule, dann Gemeinschaftsschule. „Man treibt die Gemeinden von Einem ins Andere. Es muss doch auch mal Verlässlichkeit da sein.“ In vier, fünf Jahren könne alles anders sein. Wenn es Ofterdingen gegangen wäre wie Nehren, wo es keine fünfte Klasse mehr gibt, „dann hätten wir drei Millionen Euro in die Schule investiert und hätten keine Schüler mehr.“

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21.06.2012, 12:00 Uhr

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