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Jetzt stehen die Kriterien in der Kritik

Ohmenhausens Ortsumfahrung ist nicht auf der Prioritätenliste

Bei den Straßenprojekten, die von der Landesregierung für die nächsten zehn Jahre geplant werden, ist die Ortsumfahrung für Ohmenhausen nicht dabei. Am Mittwochabend wurden im Bezirksgemeinderat die Auswahlkriterien für die Prioritätenliste kritisiert.

12.10.2012
  • Thomas de Marco

Ohmenhausen. Achim Weiblen machte seiner Enttäuschung Luft: „Es tut weh, vor den Latz geknallt zu bekommen, dass die Ortsumfahrung nicht weiterverfolgt wird.“ Einig war er sich mit den übrigen Ratsmitgliedern und mit Katrin Korth, der stellvertretenden Leiterin des Reutlinger Amts für Straßen, Umwelt und Verkehr: Die Kriterien, nach denen die Prioritätenliste erstellt worden ist, seien nicht schlüssig (siehe dazu nebenstehenden Artikel „Mit Engelszungen“).

„Die Gewichtung ist für mich nicht nachvollziehbar“, kritisierte Gabriele Schlegl (SPD), „die Faktoren Mensch und Umwelt werden zu wenig gewertet. Wir müssen mit den Behörden darüber sprechen.“ Auch Korth ist der Meinung, dass die Kriterien den Faktor Mensch nicht wiedergeben. „Sie sind viel zu straßentechnisch angelegt. Wir sind mit dem Ergebnis nicht glücklich.“

Deshalb wird die Stadt Reutlingen zum einen dem Städtetag, der eine Rückmeldung zum so genannten Maßnahmeplan Landesstraßen wünscht, eine Stellungnahme zu den Kriterien abgeben. „Wir werden dabei auch klar machen, dass etwa die Zahl der betroffenen Menschen überhaupt nicht in die Berechnung mit einfließt“, sagte Korth, die dem Gremium die Stellungnahme der Stadt vorstellte. Zum anderen soll Landers-Verkehrsminister Winfried Hermann eben diese Kriterien erklären.

Welche Möglichkeiten es denn nun noch gebe, um die Ortsumfahrung zu bekommen, wollten die Mitglieder des Bezirksgemeinderats am Mittwoch wissen. Die Hände des Regierungspräsidiums seien wegen der Prioritätenliste gebunden, vermutete Korth, da werde es keine weiteren Planungsüberlegungen geben. „Wir könnten beim Ministerium einfordern, dass die Ortsumfahrung wieder in die Planungen genommen wird. Aber ich vermute, dass wir da nicht die einzigen sein werden“, sagte die stellvertretende Leiterin des Straßenamts.

Will die Stadt selber weitermachen?

Auf jeden Fall werde die Stadt mit dem Regierungspräsidium sprechen, wie es um die bisher geleisteten Untersuchungen stehe und was die nächsten Planungsschritte für die Ortsumfahrung gewesen wären. „Die nächste Frage ist dann: Will die Stadt solche Untersuchungen selber machen? Die Auswirkungen sind aber fraglich“, erklärte Korth. Die Stadt werde außerdem überlegen, wie sie das Projekt weiter betreiben könne – was allerdings auch eine finanzielle Frage sei, betonte Korth und verwies etwa auf Lärmprüfungen und ähnliche Untersuchungen.

Lesen Sie dazu auch das “Mit Engelszungen” in der Freitagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts.

Ohmenhausens Ortsumfahrung ist nicht auf der Prioritätenliste
Täglich rollen bis zu 18000 Fahrzeuge durch Ohmenhausen – doch die Ortsumfahrung ist nicht in Sicht.

Die Ortsumfahrung ist derzeit keine realistische Option mehr, deshalb will Ohmenhausens Bezirksbürgermeisterin Heide Schnitzer nun alles dafür tun, „dass die Situation erträglicher“ wird. So soll Tempo 30 für die gesamte Ortsdurchfahrt noch dieses Jahr kommen, entsprechende Beratungen stehen im Bauausschuss des Reutlinger Gemeinderats im November an. „Wir wollen Blitzgeräte am Anfang und Ende der Straße in beiden Richtungen“, fordert Schnitzer. Und zwar soll aus neuen Säulen geblitzt werden, damit die Geräte nicht gleich erkannt werden. Außerdem sind weitere Maßnahmen wie ein leiserer Straßenbelag oder mehr Übergänge denkbar, die allerdings die Stadt Reutlingen bezahlen muss. Schnitzer geht davon aus, dass die so genannte Gomaringer Spange der geplanten Regionalstadtbahn eine Entlastung in der (fernen) Zukunft bedeuten könnte. Es sei das Bestreben der Stadt, dass die Gomaringer Spange in einem frühen Stadium der Stadtbahn eingeplant werden solle, sagt Katrin Korth, die stellvertretende Leiterin des Straßenamtes.

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12.10.2012, 12:00 Uhr

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