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Neue Trasse

Ohne S 21 gibt es keine U 14

Ob die Stadtbahnlinie U 12 einmal hoch auf den Hallschlag fährt, hängt an Stuttgart 21. Denn nur durch das Großprojekt konnte die Stuttgarter Straßenbahnen AG die Wirtschaftlichkeit der Trasse nachweisen.

22.09.2010
  • ULI NAGEL

Stuttgart. Seit Jahrzehnten werden die Planungen für die neue Stadtbahnlinie U 12 vorangetrieben. Die Strecke führt vom Stuttgarter Hauptbahnhof über Stuttgart-Nord, Löwentor, den Hallschlag bis zur Au- Brücke in Münster. Dort mündet die neue Trasse auf die der U 14. Denn diese Stadtbahnlinie soll künftig nur noch bis Hofen fahren, die Strecke nach Remseck übernimmt dann die neue U12.

Die Gesamtkosten des SSB-Projektes: rund 190 Millionen Euro, wovon allein der Abschnitt bis zum Nordbahnhofviertel 93 Millionen Euro kostet. Der Abschnitt vom Hallschlag bis zur Aubrücke verschlingt 65 Millionen Euro. Vergleichsweise günstig ist die Strecke auf Cannstatter Gemarkung zwischen Löwentor und dem Hallschlag mit 25 Millionen Euro. Doch dieses Vorhaben ist finanziell nur Dank der Hilfe durch den Bund (60 Prozent) und das Land (20 Prozent) machbar.

Bewilligt wurden bisher die ersten beiden Streckenabschnitte, also auch der vom Löwentor hoch zum Hallschlag Aus Cannstatter Sicht wird dieses Vorhaben begrüßt, denn hier gibt es schon seit Jahrzehnten die Forderung, den Hallschlag an das ÖPNV-Schienennetz anzubinden. Umso erfreuter war man deshalb, als der Bund grünes Licht gab. Grundlage dafür war eine so genannte standardisierte Bewertung, bei der die geplante Trasse auf das zu erwartende Fahrgastaufkommen – sprich ihre Wirtschaftlichkeit – hin untersucht wird.

Im Falle der U 12 war hierfür einzig und allein das Bauvorhaben auf den freiwerdenden Flächen von Stuttgart 21 ausschlaggebend. „Falls das Projekt gekippt wird, bedeutet dies das Aus für die U 12“, sagt SSB-Chefplaner Volker Christiani. Denn dadurch fehle dem Stadtbahnprojekt die wirtschaftliche Grundlage. „Dann gibt es natürlich auch keine Stadtbahn hoch zum Hallschlag“, so Christiani.

Unabhängig von der jüngsten Debatte über einen Volksentscheid zu Stuttgart 21, gehen die Planungen der SSB weiter. Die Stadtbahntunnel, die quasi durch den „Keller“ der neuen Bibliothek führen, sind bereits gegraben. „Wir wollen deshalb mit dem Trassenbau zwischen Löwentor und Hallschlag Mitte 2011 beginnen“, so der SSB-Planer. Ziel sei, dass die erste Stadbahn knapp zwei Jahre später hoch zum Hallschlag fährt.

Im Zuge des Pragsatteltunnels wurde der gesamte Kreuzungsbereich Löwentorstraße umgestaltet. Die SSB hat diese Gelegenheit genutzt und die künftigen Gleise gleich über die Pragsstraße hinweg mitverlegt. Kurz danach ist auch die erste Haltstelle vorgesehen. Da in einigen Jahren 80 Meter lange Stadtbahnzüge nach Remseck fahren sollen, ist der Mittelbahnsteig auf eine entsprechende Länge konzipiert. An den Kreuzungen Löwentorstraße/ Hunklinge, Löwentorstraße/ Züricher Straße und Löwentorstraße/ Auf der Steig sind Kreisverkehre mit Ampeln geplant.

Nur an der Kreuzung Sparrhärmlingweg soll der Verkehr wie bisher auch geregelt werden. Da auf der Löwentorstraße das tägliche Aufkommen mit bis zu 13 000 Fahrzeugen moderat ist, war das Stadtplanungsamt der Meinung, dass ein Rückbau der bisher vier auf zwei Spuren möglich ist. Stattdessen sind breitere Gehwege, Baumpflanzungen sowie auf beiden Seiten ein Radweg vorgesehen. Diese Maßnahmen werden von der Stadt bezahlt, da Bund und Land nur ÖPNV-Baumaßnahmen – hier die Trasse samt Haltestellen – bezuschussen. „Umso erfreulicher, dass der Gemeinderat 1,5 Millionen Euro für ein schöneres Straßenbild gewährt hat“, so Christiani.

Ohne S 21 gibt es keine U 14
Schon seit einigen Jahren liegen die Stadtbahngleise inmitten der Löwentorstraße bis kurz vor der Hauptverwaltung der SV-Versicherungen. Foto: Uli Nagel

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22.09.2010, 12:00 Uhr

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