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200 Jahre alte Handpresse

Opa Kurt Müller versorgte die 120 Talheimer Schüler mit Apfelsaft

Die sieben Grundschulklassen an der Talheimer Schule mit insgesamt 120 Schülern nutzten den gestrigen Vormittag zu einem zünftigen Apfelfest auf dem Schulhof.

08.10.2010
  • Alfred Binder

Talheim. Durch die Baustelle zur Schulhauserweiterung ist der Hof nur eingeschränkt nutzbar, was aber der guten Laune und dem Spaß keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, mit großer Freude scharten sich die Kids um Kurt Müller, dessen beide Enkelkinder Lara Elsässer und Jonas Rauschenberger die Schule am Turnhallenweg besuchen. Opa Müller hatte die Gerätschaften zur Apfelsaftherstellung mitgebracht. Zuerst wurden die Äpfel gewaschen, in der Mahle zerkleinert und anschließend in der Handpresse zu Saft gemacht.

Die Handpresse ist verständlicherweise der ganze Stolz des Talheimer Hobby-Mosters, ist sie doch etwa 200 Jahre alt und wurde vor einiger Zeit bei einer Alteisensammlung des Schützenvereins „Tell“ eingesammelt. In mühsamer Kleinarbeit hat der Bastler die Presse restauriert und seither tut sie ihm treue Dienste.

Bereits im Vorfeld hatte die Schule die Eltern um Mostobst- und Kuchenspenden gebeten. Die Kuchen-, Brezeln- und Muffinsspenden sorgten, neben dem tollen Apfelsaft, für die richtige Stärkung. An Mostobst waren sagenhafte 15 Zentner zusammengekommen, die in Säcken und Eimern angeliefert wurden. Klassenweise wurde über vier Stunden lang gewerkelt, aber auch Pause gemacht und gespielt.

Die Kids hatten Flaschen und Becher mitgebracht und durften sich selbst die Trinkgefässe füllen. Einer hinter dem anderen standen sie vor dem Plastikfass, in das Kurt Müller den gehaltvollen, tiefgelben Saft abgefüllt hatte. Er musste nur aufpassen, dass keine Wespen ins Fass gelangten, denn das hätte zu Problemen führen können. Auch die Klassenlehrer überwachten die Aktion mit geübtem Auge. Immer wenn es ans Pressen ging, war der Klassenchor mit „Jetzt geht’s los“ weithin zu hören und dann kam auch schon der erste, wunderbar süße Saft aus dem Pressenhahn.

Die achtjährige Isabel Isleib und der gleichaltrige Rico Hennel hatten einen Mordsspaß beim Apfelfest. Für Isabel war das faszinierendste das Pressen des Schnitzelgutes und Rico durfte den Schubkarren, der mit Trester (Übrigbleibsel beim Pressen) gefüllt war, wegfahren.

Beim „Katz und Maus Spiel“, das die Klassen vor der Rückkehr in die Klassenräume zur geistigen Entspannung spielen durften, konnte auch Leonie Frommann, die seit einigen Jahren im Rollstuhl sitzt, mit ihrer Betreuerin mitmachen. Die Mäuschen waren meist schneller, nur wenn beide, Katze und Maus den Innenraum des Kreises, den die übrigen Schüler bildeten, nicht mehr verlassen durften, nahte das sichere Ende der Maus.

Opa Kurt Müller versorgte die 120 Talheimer Schüler mit Apfelsaft
Ohne Opa Kurt Müller, den Hobby-Moster, und seine etwa 200 Jahre alte Obstpresse wäre es schwierig geworden beim Grundschul-Apfelfest in Talheim. Im Hintergrund Klassenlehrerin Ursula Schmollinger. Bild: bin

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08.10.2010, 12:00 Uhr

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