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„Operation am offenen Herzen“
Ein Arbeiter auf der Baustelle des Pergamonmuseums. Foto: dpa
Kostenexplosion

„Operation am offenen Herzen“

Die Sanierung des Berliner Pergamonmuseums wird viel mehr Zeit und Geld brauchen als geplant.

11.11.2016
  • DPA

Berlin. Die „Grundinstandsetzung und Erweiterung des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel schreiten voran“, so hatte das Bundesbauministerium zum ersten Ortstermin eingeladen. Kein Wort von Kostenexplosion und Verzögerungen der Sanierung um vier Jahre bis zum Jahr 2023.

Erst beim Rundgang wird halbwegs Tacheles geredet. Zumindest erläuterte Amtschefin Barbara Wesseler den Kostenanstieg von 261 auf 477 Millionen Euro. Den größten Brocken mit 80 Millionen Euro machten „Störungen im Planungs- und Bauablauf“ aus – etwa durch die Entdeckung eines alten Pumpenhauses aus der Bauzeit des Museums.

Die größte Herausforderung an der Baustelle ist, dass der weltberühmte Pergamonaltar aus Sicherheitsgründen nicht ausgebaut wurde. Seit 2014 ist der Monumentalbau deshalb hinter einer Schutzwand versteckt. Direkt Tür an Tür geht im angrenzenden Südflügel mit dem Markttor von Milet, der Mschatta-Fassade und dem Ischtar-Tor der Museumsbetrieb weiter.

„Wir müssen um die Großskulpturen herumbauen, sie vertragen keinerlei Erschütterung“, sagte Präsidentin Wesseler. Staatssekretär Florian Pronold formuliert es so: „Das ist eine Operation am offenen Herzen und auch noch auf Zehenspitzen.“ Für entsprechende Messungen gibt es ein System elektronisch gesteuerter Kontrollen. Im Hellenistischen Saal etwa zeigen Sensoren an den Säulen, wenn es zu unliebsamen Schwingungen kommt. „Sobald das System Alarm schlägt, gibt es einen sofortigen Baustopp“, sagt Referatsleiterin Große-Rhode. Bisher sei das 30 bis 40 Mal der Fall gewesen.

Freilich: Diese Herausforderungen waren auch zuvor schon bekannt. Die Frage ist, warum so etwas wie das Pumpenhaus nicht schon im Vorfeld entdeckt wurde. Wer generell schuld ist an dem Desaster, bleibt letztendlich offen. dpa

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11.11.2016, 06:00 Uhr

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