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Opfer der Heidenheimer Rocker-Schießerei ist gestorben
Spurensicherung nach der Schießerei in Heidenheim: Nach dem Tod eines der Opfer befürchtet die Polizei noch immer Racheakte. Foto: dpa
Mehrere Aufmärsche in der Stadt

Opfer der Heidenheimer Rocker-Schießerei ist gestorben

Nach dem Tod eines Opfers der Rocker-Schießerei sind die befürchteten Racheakte vorerst ausgeblieben. Ein Sprecher der "United Tribuns" sagt, man wolle keinen Krieg - die Polizei bleibt wachsam.

11.04.2016
  • ERWIN BACHMANN

Heidenheim. Nach der tödlichen Schießerei von Donnerstag hat die rockerähnliche Straßengang "United Tribuns" in Heidenheim mehrfach Präsenz gezeigt - es blieb aber friedlich. Bereits am Freitagabend war es in der Innenstadt an mehreren Stellen zu größeren Aufmärschen gekommen. Die Polizei brachte ein Großaufgebot in Stellung. Die Situation blieb friedlich, und die Nacht verlief ohne Auseinandersetzungen. Daran änderte sich auch anderntags nichts, als die Todesnachricht von dem am frühen Samstagmorgen im Klinikum Heidenheim verstorbenen 29-Jährigen die Runde machte. Die Polizei war erneut vor Ort, als sich noch im Laufe des Vormittags viele Freunde, Bekannte und Familienangehörige am Wohnort des Opfers trafen, um im privaten Kreis um den Verstorbenen zu trauern. Vorher waren viele der auch von auswärts angereisten Teilnehmer mit ihren Autos auf den Schlossberg bis vor den Eingang des Klinikums gefahren, wo die Ärzte in der Nacht vergeblich um das Leben des jungen Mannes kämpften. Die Polizei sprach von rund 100 Personen, die sich tagsüber in Heidenheim eingefunden hatten. Am Samstagabend weitete sich dieser Kreis eher aus. Zentraler Schauplatz des bis in die Nacht währenden Treffens war diesmal die Clichystraße, in der die Schießerei am Donnerstag stattgefunden hatte, auch hier baute die Polizei massive Präsenz auf. Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Rudi Bauer war ein Trauerzug durch Heidenheim geplant, von dem dann aber nach einem Gespräch mit der Einsatzleitung abgesehen worden sei.

Ziel der auch gestern aufrechterhaltenen erhöhten Präsenz war es, mögliche Racheakte und damit eine Spirale der Gewalt zu verhindern. Aus Polizeisicht ist die Befürchtung, dass sich die Rocker-Fehde nach dem Tod des "Tribuns"-Mitglieds zum offenen Bandenkrieg weitet, nicht von der Hand zu weisen. "Auge um Auge, Zahn um Zahn", drohte am Freitag der Ulmer Ableger der Organisation im Internet. Bekannte Mitglieder der eher undurchsichtigen Szene werden von der Polizei überwacht, die auch in Ulm verstärkt aktiv ist, wo insbesondere das teils von Rockern kontrollierte Rotlichtmilieu beobachtet wird. Auch vor dem Ulmer Bundeswehrkrankenhaus war Polizeipräsenz gefragt: Hier wird der schwer verletzte Bruder des Todesopfers behandelt. Am Wochenende hätten sich bis zu 60 Personen aus dem Bekanntenkreis vor der Klinik aufgehalten. Der 25-Jährige befindet sich mittlerweile außer Lebensgefahr.

Die Polizei will einen drohenden Rachefeldzug gegen die Gang der "Black Jackets", aus deren Kreis die Täter stammen sollen, nicht ausschließen. Die "United Tribuns" selbst weisen das von sich. "Wir sind in erster Linie in Trauer um unseren Bruder," sagt Fritz L., der in München beheimatete Pressesprecher der "Tribuns". "Passieren wird gar nichts." Man zeige Präsenz und Solidarität gegenüber den Familienangehörigen. Es gebe auch Wut und Hass, "aber wir sind ja nicht dumm. Wir gehen auf Deeskalation, wir wollen keinen Stress, keinen Ärger, wir befinden uns mit keinem im Krieg."

Der Sprecher gibt zu, dass Zurückhaltung schwer falle. Dies umso mehr, wenn man Reaktionen der "Black Jackets" auf die Tatsache höre, dass zwei der drei in die Auseinandersetzung verwickelten Verdächtigen wieder auf freiem Fuß seien. "Die feiern das," sagt Fritz L., der diese Haftentlassung nicht verstehen kann. Derzeit befindet sich nur der 25-jährige Hauptverdächtige in U-Haft. Er soll im Streit mit den beiden "Tribuns" die Waffe gezogen und geschossen haben.

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11.04.2016, 06:00 Uhr

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