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Ein bisschen Barriere

Ortschaftsrat will 200.000 Euro für Hochwasserschutz

Den großen Hochwasserschutz wird es für Bühl nicht geben. Der Ortschaftsrat will aber, dass wenigstens Wasserbarrieren den Talbach zügeln.

23.09.2011
  • Mario Beisswenger

Bühl. Am 5. August war zum letzten Mal Hochwasseralarm in Bühl. Es ging zum Glück glimpflich ab. Auf Wetterglück will sich der Ortschaftsrat aber nicht weiter verlassen. Am Mittwochabend resümierte der Rat, wie es mit dem Hochwasserschutz weiter gehen soll. Ortsvorsteher Gerhard Neth hatte sich bei zwei Firmen schlaugemacht, wie ein mobiler Hochwasserschutz genau aussieht.

Im Sommer versuchte die Stadtverwaltung, diese Technik den Bühlern schmackhaft zu machen. Die Barrieren sind Riesenschläuche, die mit fester Hülle ummantelt sind. Um als 1,20 bis 1,50 Meter hoher Damm zu wirken, werden sie mit Wasser voll gepumpt und halten dann andrückendem Wasser stand. Nach Neths neusten Recherchen brauchen vier Personen drei Stunden um auf hundert Meter Strecke eine 1,20 Meter hohe Sperre zu errichten. Kosten für die 100 Meter: 50 000 Euro.

Gert Faiß sah darin zwar keine optimale Lösung, aber ein machbare. „Wir haben nicht viel andere Möglichkeiten.“ Peter Bosch überzeugten die Schläuche nicht besonders. „Ich bleib da skeptisch.“ Die mobilen Dämme hätten ihre Berechtigung an großen Flüssen, wo sich mit langem Vorlauf damit provisorischer Hochwasserschutz installieren ließe. Im Bühler Tal, wo das Wasser schnell heranrauscht, sei die Feuerwehr wohl nur unter optimalen Bedingungen in der Lage, die dicken Schläuche hilfreich einzusetzen, meinten mehrere Ortschaftsräte.

Riesenschläuche oder Zwei-Meter-Erdwälle?

Bosch plädierte dafür, durch kleinere Geländemodellierungen wenigstens etwas Stauraum zu schaffen. Er hat auf eigene Faust nachgemessen. Mit ein, zwei Meter hohen Erdwällen kommt er auf 45 000 Kubikmeter Stauvolumen, die sich auf Höhe des früheren Schafhauses in den Wuhräckern und hinter der Otterfurt-Brücke einrichten ließen. Nach seinem Überschlag ließ sich die Wassermenge, die beim Hochwasser 2003 nicht mehr durch den innerörtlichen Gewässerlauf passte, eine Stunde lang auffangen. Das sei doch auch was.

„Das wird aber immer belächelt“, meinte Bertram Lohmüller. Der Ortschaftsrat habe diese und ähnliche Ideen schon früher vorgetragen. „Wir kommen immer wieder auf die gleichen Ecken“, sagte auch der Ortsvorsteher. Bei der Wasserwirtschaft der Tübinger Stadtverwaltung wird gerade gerechnet, an welcher Stelle kleine Dämme am effektivsten sind und was von einer Hochwasserspitze wirklich zurückgehalten wird. Ein Problem dabei ist, so Heike Weißer, dass sehr niedrige Erdwälle relativ viel kosten, aber für den Hochwasserschutz wenig bringen.

Um ein Zeichen zu setzen, meldeten die Ortschaftsräte 200 000 Euro für den Bühler Hochwasserschutz im Tübinger Haushalt 2012 an. Das bekam die Priorität eins noch vor dem Wunsch, einen Kunstrasenplatz für den Sportverein zu bauen.

Ortschaftsrat will 200.000 Euro für Hochwasserschutz
Im Juni 2003 setzte der Talbach in Bühl das Dorf unter Wasser, stundenlang war die Ortsdurchfahrt gesperrt. In der Neckaraue lösten die Fluten Pflastersteine, ein Mann wurde verletzt. 30 bis 40 Bühler Keller und Wohnungen standen seinerzeit unter Wasser, die Feuerwehrleute kamen mit dem Auspumpen kaum mehr nach. Archivbild: Sommer

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23.09.2011, 12:00 Uhr

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