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Buchpräsentation wird verlegt

Osiander zieht Zusage zurück

Die Diskussion mit Gabriele Huber über die Achtundsechziger musste kurzfristig ins DAI verlegt werden.

13.12.2016
  • uja

„Ein Brenner kommt mir nicht ins Haus“, mit diesem klaren Statement sagte Hermann-Arndt Riethmüller, Senior-Chef der Buchhandlung Osiander, gestern eine Buchpräsentation in seinem Haus ab. Eigentlich wollte Osiander gemeinsam mit dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT morgen Abend das neue Buch von Gabriele Huber vorstellen: „Straßenkampf und Kinderladen“. Eingeladen dazu waren die Literaturwissenschaftlerin Inge Jens, die Frauenrechtlerin Beate Jung, der einstige Stammheim-Richter Burkhardt Stein und der damalige MSB-ler und spätere Linken-Stadtrat Anton Brenner.

Dass mit Brenner der Mann in sein Haus kommen würde, der vor zwölf Jahren seinen Vater in die Nähe des Nationalsozialismus rückte, wurde Riethmüller nach eigener Aussage erst klar, als er die gestrige Ankündigung im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT las. Brenner und Riethmüller sind seit 2004 im Streit.

Der Linken-Stadtrat hatte sich damals in einem Leserbrief zum angeblichen Verhalten Konrad-Dietrich Riethmüllers, des Vaters des jetzigen Senior-Chefs, in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs geäußert. Für seine Behauptung konnte Brenner allerdings keinerlei Nachweis bringen. Brenner hatte sich daraufhin verpflichtet, seine Äußerungen nicht zu wiederholen. Auch das TAGBLATT hatte sich in einem gerichtlichen Vergleich verpflichtet, den Brenner-Leserbrief nicht ein zweites Mal abzudrucken.

Dass Hermann-Arndt Riethmüller bis heute Anton Brenner den Zugang zu seinen Räumen verweigert, war dem TAGBLATT allerdings nicht bekannt – zumal die damaligen Akteure mittlerweile alle im Ruhestand sind. Entsprechend sah der Verlag kein Problem darin, Brenner mit anderen Zeitzeugen zu einer Diskussion über die Achtundsechziger-Zeit einzuladen.

Auch die Buchhandlung Osiander hatte gegen die Veranstaltung zunächst keinerlei Bedenken geäußert, obwohl die für Veranstaltungen zuständige Abteilung vom TAGBLATT-Verlag über die Gäste frühzeitig und ausführlich unterrichtet worden war. Osiander hatte die Veranstaltung mitsamt den Namen der Gäste sogar auf Plakaten und der hauseigenen Homepage angekündigt.

Das TAGBLATT bedauert die überraschende Entscheidung der Buchhandlung Osiander und ihres Senior-Chefs. Und bedankt sich beim Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI), das kurzfristig seinen Saal zur Verfügung stellt. Die Veranstaltung beginnt wie geplant morgen Abend um 20 Uhr in den Räumen des DAI in der Tübinger Karlstraße.

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13.12.2016, 01:00 Uhr

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