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Ossi's Eleven

Sozialkomödie um einen Coup von elf Berufslosern aus dem deutschen Osten.

Sozialkomödie um einen Coup von elf Berufslosern aus dem deutschen Osten.

OSSIS ELEVEN
Deutschland

Regie: Oliver Mielke
Mit: Stefan Jürgens, Tim Wilde, Andreas Giebel, Manfred Möck

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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23.11.2015

Wo lebt der jetzt überhaupt? – Nicht gerade eine nette Frage, wenn es um den eigenen Vater geht. Aber es gibt wohl gute Gründe – der Film belässt es bei Andeutungen –, warum die längst erwachsenen Kinder Wendy (Laura Linney) und Jon (Philip Seymour Hoffman) von dem Alten nichts mehr wissen wollen. So tief ist das Zerwürfnis allerdings nicht, dass man ihn in größter Not im Stich ließe. Gerade ist dem Rentner seine Gefährtin weggestorben, deren Angehörige haben ihn hochkant aus der Wohnung im Seniorenparadies Sun City geworfen, und zu allem Überfluss zeigen sich bei ihm deutliche Anzeichen geistiger Verwirrung. Mehr pflichtschuldig als liebevoll machen sich Jon und Wendy daran, dem Greis eine neue Bleibe im Pflegeheim zu verschaffen.

In diesen Rahmen spannt Filmemacherin Tamara Jenkins überkreuz zwei Motive. Das eine handelt vom Altern, ein immer noch unwillkommenes Medien-Thema, sofern es mit Siechtum und absehbarem Tod einher geht. Wirkungsvoll kontrastiert die Regisseurin die (teilweise zu David-Lynch-artigem Horroridyll verfremdete) Propagandabilder von glücklich golfenden Mustergreisen mit der tristen Wirklichkeit des Wegdämmerns in Windeln. Im zweiten Strang geht es um die Folgen einer freudlosen, wohl auch von Gewalt geprägten Hänsel-und-Gretel-Kindheit, die auf den Geschwistern noch Jahrzehnte später wie ein Alpdruck lastet und sich in der Unfähigkeit zu vertrauensvollen Bindungen, selbst zueinander, niederschlägt.

Ohne dass sich eine echte Beziehung entwickeln würde, wird die Begegnung mit dem Vater (und mit dem Tod) jedoch für beide zum Katalysator, ihr zerzaustes Leben ein bisschen besser in den Griff zu kriegen. Das hört sich ernster an, als der Film im Endeffekt ist. Jenkins inszeniert den heiklen Problemstoff mit verspielter Leichtigkeit und lässt gern auch der Situationskomik die Zügel schießen. Die beiden Ausnahmekönner Hoffman (zur Zeit auch in „Tödliche Entscheidung“ präsent) und Linney bringen mit so relaxtem wie präzisem Spiel dieses kleine Juwel des amerikanischen Independent-Kinos vollends zum Glänzen.

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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