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Ost-Ghuta:
Assad gibt Sturmbefehl
Assads Soldaten in der Region Ost-Ghuta. Foto: afp/Stringer
Syrien

Ost-Ghuta: Assad gibt Sturmbefehl

Eigentlich war eine tägliche Waffenpause in dem Rebellen-Gebiet nahe Damaskus geplant. Nun rückt die Armee vor.

06.03.2018
  • MARTIN GEHLEN

Damaskus. In Syrien gehen die Assad-Truppen nun mit einer Großoffensive gegen die belagerte Rebellen-Enklave Ost-Ghuta vor. Am Montag stieß die Armee an mehreren Fronten gleichzeitig vor und kontrolliert mittlerweile offenbar ein Drittel des umkämpften Territoriums östlich von Damaskus. Eliteverbände versuchen, einen Korridor durch die Enklave mit ihren 400 000 Bewohnern zu treiben, um die wichtigste Stadt Douma von den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen abzuschneiden. Allen internationalen Forderungen nach einem Feuerstopp erteilte Staatschef Baschar al-Assad eine Absage: „Die Operation muss fortgeführt werden.“

Gleichzeitig gestattete das Regime zum ersten Mal seit der Resolution des Weltsicherheitsrates vom 24. Februar einem Hilfskonvoi die Fahrt nach Douma. Nach UN-Angaben hatten die 46 Lastwagen Essenspakete für 27 500 Menschen an Bord. Lebensrettende medizinische Güter mussten die Helfer jedoch auf Befehl von Regime-Inspektoren wieder ausladen. Einige Lastwagen fuhren deswegen nahezu leer in das Kriegsgebiet.

Die Luftangriffe syrischer und russischer Kampfjets gingen derweil weiter. 724 Menschen wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in den letzten 14 Tagen durch den Bombenhagel getötet, über 3600 verwundet. Aktivisten nannten die Lage „mehr als kritisch“. Die meisten Menschen harren in Kellern aus. In einem Video nach einem Raketentreffer sind Dutzende blutende und schreiende Menschen zu sehen. „Wir haben hunderte von Massakern und Luftangriffen erlebt“, schrieb ein Zahnarzt in einem Augenzeugenbericht aus Doumas Nachbarstadt Harasta, „doch so etwas gab es noch nie“.

Der UN-Menschenrechtsrat verlangt angesichts der Gewalt eine Untersuchung. In einer Resolution fordert er, dass diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden müssten, die Menschenrechte verletzt hätten. UN-Hochkommissar Said Raad al-Hussein hatte die Angriffe auf Zivilisten als mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet.

Martin Gehlen

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06.03.2018, 06:00 Uhr

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