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Lindwurms neue Umgebung

Paläontologisches Museum wird renoviert und moderner

Die Paläontologische Sammlung der Tübinger Universität gehört zu den wichtigsten Europas. Das sollen Besucher nun auch besser sehen:Die Museumsräume imInstitut für Geowissenschaften werden neu gestaltet.

31.08.2010
  • Ulrike Pfeil

Tübingen. Interessant, aber etwas verstaubt: So wirkte bisher die Ausstellung der Fossilien und Urzeit-skelette im historischen Institutsgebäude an der Sigwartstraße. Derzeit kommt der Staub aber von Erneuerung. Das Museum ist im Umbau, und dabei wird auch die Präsentation ein wenig modernisiert. Im Saal im ersten Stock ist schon etwas davon zu sehen: Saurier-Schenkelknochen, groß wie Kirchensäulen, lehnen an der frisch geweißelten Wand und machen enorm Eindruck.

In einem größeren Raum an der Hölderlinstraße wurde eine Galerie aus Stahl und Glas eingezogen. Dort wird der Therapsidensaal neu entstehen. Die einmalige Tübinger Sammlung dieser Säugetier-ähnlichen Reptilien wird neu aufgebaut und soll künftig auch den repräsentativen Rahmen für kleine Empfänge des Instituts bilden.

Die jetzige Renovierung ist als Übergangslösung für einige Jahre gedacht. Denn wenn die Geowissenschaften, wie geplant, einmal auf der Morgenstelle ein neues Quartier haben, soll der Altbau im Tal großzügig und endgültig für die Sammlungen umgebaut und genutzt werden.

500 000 Objekte umfasst die Sammlung, von kleinsten Fossilien über Meeresreptilien bis zum Skelett des Plateosaurus, des „schwäbischen Lindwurms“. Zu dem kleinen Teil, der öffentlich präsentiert wird, gehören auch Ausstellungen zur Entwicklung des Lebens und zu spektakulären Fossilfunden in Württemberg. Geplant ist, die Ausstellung didaktisch noch aufzuwerten.

Die Sammlung wurde seit den Anfängen des 19. Jahrhunderts ständig durch neue Funde bereichert, zu denen die großen Tübinger Paläontologen Friedrich August Quenstedt, Friedrich von Huene und Adolf Seilacher beitrugen.

Um die Sammlung, die zwei Jahrzehnte nicht fachgerecht betreut war, auch wissenschaftlich wieder nutzbar zu machen, wurde mit Unterstützung der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung vor kurzem wieder eine Kustodenstelle eingerichtet. 30 bis 40 Gastwissenschaftler haben nach Auskunft der Museumsleiterin Prof. Madelaine Böhme (siehe „Neu an der Uni“) in diesem Jahr bereits mit der Tübinger Sammlung gearbeitet. Die Bestände sollen noch digital erfasst werden.

Bei der jetzigen Renovierung werde bewusst „behutsam“ modernisiert, sagt Böhme. Das Museum, das teilweise „um bedeutende Ausstellungsstücke herum“ erbaut wurde, solle den Charme des 19. Jahrhunderts behalten, „aber nicht den der 1960er Jahre“. Voraussichtlich zum Ende des Jahres wird es wieder eröffnet; Besichtigungen sind auch während der Bauzeit möglich.

Info: Das Paläontologische Museum, Eingang Sigwartstraße 10, ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

Paläontologisches Museum wird renoviert und moderner
Der Therapsidensaal im Paläontologischen Institut, hier noch Baustelle, soll künftig auch als Repräsentationsraum genutzt werden. Therapsiden sind Säugetier-ähnliche Reptilien. Tübingen besitzt von ihnen eine einzigartige Skelettsammlung. Kustos Philipe Havlik und die wissenschaftliche Hilfskraft Anna Borngraeber bringen hier gerade ein Metallgerüst in Position, auf dem ein Therapsiden-Skelett montiert werden kann. Bild: Sommer

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31.08.2010, 12:00 Uhr

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