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Die vorweihnachtlichen Knabber-Klassiker bekommen immer mehr exotische Konkurrenz

Para, Pekan, Macadamia-alles Nuss

Nüsse gehören zum Advent wie Tannengrün und Glühweinduft. Wer sich mit den kleinen Energiebomben eindecken will, hat in diesen Wochen die Qual der Wahl. Das Angebot wird zunehmend exotisch.

27.11.2015
  • GUDRUN SOKOL

Walnuss. Der vorweihnachtliche Knabber- und Deko-Klassiker stammt ursprünglich aus Asien, ist aber längst auch in Mitteleuropa heimisch. Die Früchte des Walnussbaums sind im September und Oktober reif, halten sich wochenlang und passen damit hervorragend in die Adventszeit. Zwar sind Walnüsse - geschält und abgepackt - das ganze Jahr über als Importware aus den USA, China und der Türkei zu haben. Doch in die Weihnachtszeit gehört nun einmal die ganze Walnuss mitsamt ihrer harten Schale - weshalb ja auch der Nussknacker typisches Symbol der Adventszeit ist.

Das Herausschälen der beiden Nusshälften, die wegen ihrer gefurchten Oberfläche ein bisschen an ein Gehirn erinnern, ist eine fummelige Angelegenheit; meist zerbröselt die Schale. Auch die helle Samenhaut, die die beiden Kernhälften umgibt, wird entfernt; sie schmeckt bitter. Am besten aufgehoben sind Walnüsse luftig in Netzsäckchen verpackt und kühl und dunkel gelagert. Vorsicht bei schimmelig oder ranzig riechenden Nüssen! Sie können giftig sein.

Haselnuss Die Haselnuss gehört zu den Birkengewächsen und kann als Baum bis zu sechs Meter hoch werden. Das Besondere an der Pflanze ist, dass sie - je nach Witterung und zum Leidwesen von Allergikern - bereits im Januar/Februar zu blühen beginnt. Reif sind die Nüsse im Herbst und eignen sich für Mensch und Tier perfekt als fettreicher Wintervorrat. Die harte Schale schützt die Frucht und macht sie über Monate haltbar. Nager wie Hamster und Eichhörnchen können die Nüsse mit ihren Schneidezähnen problemlos öffnen; der Mensch tut sich auch hier ohne Nussknacker schwer. Die blattartige, braune Hülle der eigentlichen Nuss kann mitgegessen werden. Geschält werden Haselnüsse bei Raumtemperatur schnell ranzig.

Cashewnuss In Form und Fettgehalt ist die Cashewnuss vergleichsweise schlank: 100 Gramm der nierenförmigen Nüsschen bringen es "nur" auf 42 Gramm Fett. Zum Vergleich: Bei anderen Nussarten liegt der Gehalt bei rund 60 Gramm Fett auf 100 Gramm Nuss. Bekannt ist die exotische Cashewnuss in ungesalzener Form seit Jahrzehnten als Bestandteil von "Studentenfutter". Unbehandelte Cashewkerne schmecken leicht süßlich und werden viel in der asiatischen Küche verwendet. Kein Wunder: Der Cashewbaum gedeiht in tropischem Klima und wird vor allem in Südostasien angebaut.

Erdnuss Botanisch betrachtet sind Erdnüsse keine Nüsse, sondern wie Erbsen, Bohnen und Linsen Hülsenfrüchte. Die Kerne werden - daher der Name - unterirdisch ausgebildet und sind meist paarweise (selten zu dritt oder viert) von einer innen weiß ausgekleideten Schale umhüllt. Diese ist verholzt, außen von einer netzartigen Oberfläche überzogen und in der Mitte meist so eingeschnürt, dass die dadurch entstehenden Hälften gegeneinander versetzt liegen. Außer der hellbraunen Schale sind die einzelnen Kerne auch noch von einer dunkelbraunen papierartigen Schicht umhüllt, die leicht bitter schmeckt. Bemerkenswert bei der Erdnuss, die im mittleren Afrika, Südamerika, in den USA, Indien und China angebaut wird, ist ihr Gehalt an Tryptophan: Diesem Eiweißbaustein wird eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung nachgesagt.

Mandel Der Mandelbaum gehört zu den Rosengewächsen und wird heute vor allem in Kalifornien, im Mittelmeerraum, in Pakistan, im Iran und vereinzelt auch in Mitteleuropa angebaut. Seine flaumig-behaarte Frucht ist eine Steinfrucht, die den Mandelkern umschließt. Unterschieden werden die Krachmandel, die mit Schale in den Handel kommt, aber leicht zu öffnen ist, die süße Mandel und die Bittermandel. Letztere darf roh nicht gegessen werden, da sie Amygdalin enthält, eine Vorstufe der hochgiftigen Blausäure, die sich nach dem Verzehr im Magen bilden kann.

Amygdalinfreie Mandeln gelten als gesunde Sattmacher mit reichlich wertvollen Inhaltsstoffen. Sie werden wegen ihrer hautglättenden Wirkung in Form von Öl oder Mandelmilch auch in Kosmetika verwendet. Während der Vorweihnachtszeit locken Mandelkerne freilich meist in weniger gesunder Form: gezuckert, geröstet und gebrannt, zu Marzipanmasse verarbeitet oder als charakteristischer Geschmacksgeber für Mandelliköre.

Macadamianuss Die "Königin der Nüsse", wie die helle, runde Macadamia auch genannt wird, hat mit knapp 75 Prozent einen besonders hohen Fettanteil, ist aber wegen ihres feinen-buttrigen Geschmacks und trotzdem knackigen Bisses sehr begehrt und gehört daher in die obere Preisklasse. Allzuviel essen sollte man davon ohnehin nicht - 100 Gramm bringen es auf gut 700 Kalorien.

Importiert werden die Nüsse, die nach ihrer Reife vom Macadamia-Baum fallen und dann vom Boden aufgelesen und geschält werden müssen, aus ihrem Ursprungsland Australien, wo Aborigines sie als energiereiche Nahrungsquelle entdeckt haben. Der Anbau des Macadamiabaums gilt als anspruchsvoll; Exportländer sind heute neben Australien und Neuseeland auch Hawaii, Südafrika, Israel, Brasilien und Kalifornien.

Paranuss Ihre Zweitnamen Brasilnuss, Brasilkastanie und Amazonenmandel verraten die Herkunft dieser exotischen Nuss: Es sind die tropischen Regenwälder Brasiliens. Benannt ist die Paranuss nach einer Hafenstadt am Mündungsgebiet des Amazonas, das frühere Pàra, das heute Belèm heißt und von wo aus im 17. Jahrhundert holländische Händler die ersten Paranüsse nach Europa verschifft haben.

Die knackigen Exoten aus dem tropischen Regenwald sind kein einfaches Gewächs. Die bis zu 60 Meter hohen Riesen lassen sich nicht kultivieren und brauchen gut zehn Jahre, ehe sie zum ersten Mal Früchte tragen. Dann aber reichlich (bis zu 8000 Nüsse pro Baum und Jahr) - und das über Jahrhunderte hinweg. Die begehrten Früchte zu ernten, ist jedoch wegen der hohen, dünnen Stämme des Paranussbaums kaum möglich; vielmehr muss man warten, bis der Baum seine Früchte, die Kokosnüssen ähneln, abwirft und die darin enthaltenen Nüsschen freigibt.

Paranüsse zu knacken erfordert viel Kraft oder Geschick, denn die runzlige dunkelgraue Schale, die den großen, weißen von einer bräunlichen Haut umhüllten Kern umgibt, ist extrem hart und holzig. Doch die Mühe lohnt sich: Die Paranuss hat einen feinen Geschmack und einen beachtlichen Anteil wertvoller Mineralstoffe.

Pekannuss Die Pekan- oder Hickorynuss ist eng verwandt mit unserer heimischen Walnuss, stammt aber aus Nordamerika und ist offizieller Staatsbaum von Texas. Das gewaltige, bis zu 40 Meter hohe Gewächs, das bis zu minus 20 Grad verträgt, sicherte den indianischen Ureinwohnern das Überleben der langen, kalten Winter. Die heutigen Hauptanbaugebiete liegen in den US-Südstaaten, in Mexiko sowie auf Hawaii, in Australien, Brasilien, China, Israel, Peru und Südafrika.

Die glatte, längliche Schale der Pekannuss ist in der Regel so dünn, dass sie sich von Hand knacken lässt. Im Geschmack sind Pekannüsse ähnlich der Walnuss, nur milder, aromatischer und süßlicher. Mit rund 700 Kalorien pro 100 Gramm gehören die Pekans zu den kalorienreichsten Nüssen. Ob roh, geröstet, gesalzen oder gar gezuckert - so oder so eine Kalorienbombe.

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27.11.2015, 08:30 Uhr

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