Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Schärfste Sicherheitsvorkehrungen und strikte Geheimhaltung

Paris-Attentäter Salah Abdeslam ausgeliefert

Der in Brüssel gefasste Islamist Salah Abdeslam ist an Frankreich ausgeliefert worden. Er gilt als einziger überlebender Täter der Anschläge von Paris.

28.04.2016
  • PETER HEUSCH

Die Auslieferung erfolgte unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen und strikter Geheimhaltung. Gestern am frühen Morgen ist der Mitte März im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommene Islamist Salah Abdeslam von Gendarmen der französischen Eliteeinheit GIGN aus seiner Einzelzelle des Gefängnisses von Beveren geholt und per Hubschrauber direkt nach Paris gebracht worden.

Erst nachdem Abdeslam in der französischen Hauptstadt eingetroffen war, machte die Pariser Staatsanwaltschaft die Überstellung publik. Der 26-jährige Franco-Belgier marokkanischer Abstammung wurde umgehend einem Untersuchungsrichter vorgeführt und in Haft genommen. Abdeslam gilt als Logistiker und einer der Hauptverantwortlichen der Pariser Anschläge vom 13. November 2015.

Höchstwahrscheinlich ist Abdeslam das einzige noch lebende Mitglied jener drei Kommandos, die am Stade de France, im Konzertsaal Bataclan sowie in Bars und Restaurants 130 Menschen töteten und mehr als 300 verletzten. Alle übrigen Attentäter sprengten sich entweder in die Luft oder wurden getötet. Unter ihnen befand sich auch Abdeslams 31-jähriger Bruder Brahim.

In Verhören hat Abdeslam bereits zugegeben, an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen zu sein. Seinen Angaben zufolge gehörte er dem vierköpfigen Kommando an, dass sich während des Länderspiels Frankreich-Deutschland im Stade de France in die Luft sprengen sollte. Doch da die Terroristen aufgrund der Kontrollen nicht in das Stadium gelangt waren, sprengten sich drei von ihnen schließlich vor dem Stadium in die Luft. Abdeslam warf seinen Sprengstoffgürtel weg und flüchtete nach Belgien.

Vier Monate lang ist es Abdeslam gelungen, sich den Fahndern zu entziehen, bevor er bei einer Razzia in Molenbeek gefasst wurde. Das war am 18. März, vier Tage vor den Anschlägen von Brüssel, an deren Vorbereitung er beteiligt gewesen sein könnte. Ein Verdacht, der von seinem französischen Anwalt gestern zurückgewiesen wurde. Bei dem ihn erwartenden Prozess will sich Abdeslam von dem bekannten Strafverteidiger Franck Berton vertreten lassen. Laut Berton soll Abdeslam bereit sein, mit den französischen Behörden zusammenzuarbeiten und genau zu erklären, "was er getan hat und was er nicht getan hat".

Als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Wahrheits- und Rechtsfindung bezeichnete die Vereinigung der Opfer des 13. November die Auslieferung.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball