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Paris gedenkt der Opfer des 13. November 2015
Stilles Gedenken in Paris: Rosen am Eingang zur Konzerthalle Bataclan. Foto: Foto:afp
Bataclan

Paris gedenkt der Opfer des 13. November 2015

Präsident Hollande enthüllt eine Gedenktafel und Sting gibt ein Konzert. Ohne große Reden erinnert man in Frankreich an die Anschläge vor einem Jahr.

14.11.2016
  • PETER HEUSCH

Paris. Samstagnachmittag im 11. Arrondissement. Der Bauzaun, der den Blick auf das Erdgeschoss des Bataclan verstellte, ist vor kurzem entfernt und durch ein Absperrgitter ersetzt worden. Es regnet und es ist kalt. Trotzdem bleiben immer wieder Passanten stehen. „Hier war das?“, fragt ein Junge seine Mutter. Die Frau nickt, deutet auf den Trottoire, wo ein halbes Dutzend Teelichter gegen das Erlöschen kämpfen, und beugt sich vor, um eine Postkarte zu lesen, die zusammen mit weißen Rosen zwischen den Stäben der Absperrung steckt. „Meine Gedanken sind bei denen, die hier aus dem Leben gerissen wurden – Yolande, Amsterdam“, steht da in holprigem Französisch.

Das Entsetzen über die Blutspur, die islamistische Attentäter am 13. November 2015 durch die Seinemetropole zogen, ist unvergessen. Von den drei Killerkommandos, die vor dem Stade de France und im Herzen der französischen Hauptstadt zuschlugen, drang eines in das Bataclan ein und eröffneten das Feuer. 90 Menschen starben, mehr als 350 wurden verletzt, viele schwer.

Um 19 Uhr wurden die Absperrgitter abgeräumt. Fast auf den Tag ein Jahr nach ihrer Verwüstung wagt die komplett renovierte Konzerthalle den Neuanfang mit einem innerhalb von 35 Minuten ausverkauften Konzert des britischen Rockstars Sting. Dass die Wiedereröffnung nicht für eine Rückkehr zur Normalität steht, unterstreicht ein enormes Polizeiaufgebot, welches das halbe Viertel abgesperrt hat.

In das Bataclan kommen auch 500 geladene Opfer der Anschläge und deren Hinterbliebene. Sting hat auf jede Gage verzichtet, der Erlös wurde mit „Life for Paris“ und „13 Novembre: Fraternité und Vérité“ Organisationen zugesagt, die den Opfern helfen. „Wir werden sie nicht vergessen“, erklärt Sting, als er die Bühne betritt. Er lässt eine Schweigeminute folgen und beginnt dann mit dem ruhigen Song „Fragile“.

Nichts ist mehr wie vor dem 13. November 2015, dennoch wollen die Franzosen nicht ihre Köpfe einziehen. Alle angegriffenen Bars und Restaurants sind wieder geöffnet und gut besucht. Die Franzosen versuchen, ihr Leben so normal wie möglich fortzuführen. Ausgehen gehört dazu, aber nicht das Vergessen.

Am gestrigen Sonntag, dem Jahrestag der Attentate, blieb das Bataclan geschlossen. Stattdessen enthüllten Präsident François Hollande und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo eine Gedenktafel an der Konzerthalle, auf der die Namen der 90 Todesopfer eingraviert sind. Ähnlich verfuhren sie auch an den fünf übrigen Orten, wo die Terroristen zuschlugen. Gemäß dem Wunsch der Angehörigen verzichteten Hollande und Hildago darauf, Ansprachen zu halten. „Wir haben auf stille Zeremonien bestanden, weil wir heute auf gar keinen Fall politischen Erklärungen oder Versprechungen hören wollen“, sagt Alexis Lebrun, der Vorsitzende von „Life for Paris“.

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14.11.2016, 06:00 Uhr

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