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Verkehr

Parkende Laster sorgen für dicke Luft

Mit bis zu 20 Lastwagen parkt eine Speditionsfirma die Straße am Alten Bahnhof in Eutingen zu. Anwohner kommen kaum aus ihrer Ausfahrt – der Gemeindeverwaltung sind aber die Hände gebunden.

05.01.2017

Von Alexandra Feinler

Am Alten Bahnhof geht es eng her, seit eine Spedition aus Ergenzingen ihre Lastwagen auf der Fläche vor den Silos abstellt.Bild: Feinler

Da kommt kein Einsatzfahrzeug mehr durch“, sagt ein sichtlich verärgerter Anwohner des Alten Bahnhofs in Eutingen, der lieber anonym bleiben möchte. Seit etwa vier Wochen stelle eine Spedition aus Ergenzingen zeitweise ihre Lastwagen entlang der Straße am Alten Bahnhof ab. Der Unmut der Anwohner und Gewerbetreibenden ist groß.

Bis zu 20 Lastwagen seien vor allem am Wochenende und ab Sonnenuntergang entlang und auf der Straße geparkt. Auch die beiden gewerbetreibenden Unternehmen am Alten Bahnhof, Getränke Digeser und die Baywa, scheinen betroffen zu sein. „Wir sind nicht begeistert, denn jeden Abend ist hier ein großer Auflauf“, sagt Matthias Digeser, Geschäftsführer von Digeser Getränke. Durchgekommen seien seine Kunden und Lastwagen immer, aber es gehe enger als sonst zu. Auch die Silos der Baywa sind ab den Abendstunden und am Wochenende zugeparkt. Aktuell forscht das Unternehmen, welche Bereiche noch betroffen sind.

Die Laster würden je nach Schicht unterschiedlich starten, sagen die Anwohner. „Wenn die alle ihre Laster laufen lassen, dann wird es vor allem für die Anwohner laut“, sagt Digeser. Gegen die Fahrzeuge können die Anwohner jedoch nichts machen. Der Spediteur habe dort die Haushälfte gekauft und sei damit berechtigt, die Laster auf der Straße vor der Türe abzustellen. Die gegenüberliegende Seite schließe das Nutzungsrecht aber nicht ein. Denn die Straße und das Gelände gehören der Bahn.

Nach ersten Angaben der Deutschen Bahn könne sie diese Aussage bestätigen. Jedoch prüfe die DB-Netz aktuell noch die Zuständigkeit im Unternehmen. Beim Landratsamt Freudenstadt sind nach Angaben von Marlene Krech keine Beschwerden eingegangen: „Zuständig ist nach der Straßenverkehrsordnung die Stadt Horb.“ Und dort ist laut Sabine Sachsenmaier von der Verkehrsbehörde nichts bekannt. Das Parkproblem liegt jedoch auf dem Schreibtisch von Eutingens Bürgermeister Armin Jöchle, der sich die parkenden Laster vor Ort angeschaut hat. „Als ich dort war, war die Durchfahrt nicht versperrt und Begegnungsverkehr wäre möglich gewesen. Ich weiß aber nicht, wie es sonst aussieht.“

Vollzugsbeamter Hans-Peter Merkel sei schon des Öfteren vor Ort gewesen. Einschreiten könne man jedoch erst, wenn gegen die Straßenverkehrsordnung gehandelt werde, also beispielsweise Schächte und Hydranten zugeparkt werden. Ansonsten seien der Gemeindeverwaltung die Hände gebunden, weil es sich um eine Privatstraße handele. „Wenn es hier mal brennt und die Feuerwehr muss ausrücken, dann kommt kein Einsatzfahrzeug mehr durch“, beschweren sich weitere Anwohner. Mit den Lastwagenfahrern hätten sie schon mehrmals gesprochen, jedoch sprächen nur wenige gutes Deutsch. Auch Gespräche mit der Spedition hätten bisher keine Einigung erzielt.

Auf eine Anfrage der SÜDWEST PRESSE hat die Spedition bisher nicht reagiert. „Das geht jetzt schon vier Wochen so“, sagen die verärgerten Anwohner, die kaum noch aus ihrer Hofausfahrt herauskommen. Viele könnten die Straße nicht mehr richtig einsehen, wenn ein Lastwagen mit Anhänger an der Straße geparkt sei. Sie haben nachgeforscht und erfahren, dass die Spedition schon öfter von öffentlichen Flächen vertrieben worden sei. „Im Ergenzinger Gewerbegebiet wollte man sie nicht, in Bondorf nicht, in Hochdorf am Friedhof nicht und jetzt sind sie hier“, sagt ein Anwohner.

Markus Braun, Ordnungsamtsleiter der Stadt Rottenburg, bestätigt, dass die Spedition aus Ergenzingen im örtlichen Gewerbegebiet aufgefallen sei. Der Ärger bei den Anwohnern ist groß: „Es kann nicht sein, dass eine Spedition ihre Laster irgendwo parkt und die Allgemeinheit muss danach schauen.“

Die Anwohner wollen sich nun mit Digeser und der Baywa zusammenschließen, um gegen das Problem vorzugehen. Auch die Gemeindeverwaltung Eutingen will Kontakt zur Spedition aufnehmen. Das allgemeine Probleme werde so aber nicht gelöst, sagt ein Anwohner: „Wenn wir sie hier vertrieben haben, parken sie wieder woanders.“

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Erstellt:
5. Januar 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Januar 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Januar 2017, 01:00 Uhr

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