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Kein Ausgleich nötig

Parkhaus am Mühlbach könnte gebaut werden

Firmenchefs und Hausbesitzer können aufatmen – zumindest ein bisschen: Wird ein Gebäude etwa nach einem Brand oder Hochwasser abgerissen und neu errichtet, muss zumindest für diesen Neubau kein Ausgleichsraum geschaffen werden.

29.09.2014
  • vor

Tübingen. Das seit vergangenen Dezember gültige Wassergesetz des Landes hat für viel Verunsicherung bei Haus- und Firmeneignern geführt – und auch zu manchen Protesten von Kommunen und Wirtschaftsverbänden. Denn das allseits gelobte Ziel – der Hochwasserschutz – drohte in einer Stadt wie Tübingen mit Neckar, Steinlach, Ammer und Goldersbach – jede Innenentwicklung auszubremsen. „Die Hälfte des Stadtgebietes ist Überschwemmungsgebiet“, so OB Boris Palmer.

Nun herrscht wenigstens in einem Punkt Klarheit: Wird ein Gebäude im Gebiet eines „hundertjährlichen Hochwassers“ abgerissen – zum Beispiel weil es von eben jenem Hochwasser zerstört wurde –, darf auch künftig an gleicher Stelle ein gleichgroßes Wohnhaus oder Firmengebäude gebaut werden. Und zwar ohne dass ein entsprechendes Ausgleichsvolumen („Retentionsfläche“) für über die Ufer tretendes Wasser geschaffen werden muss.

Die Stadt Tübingen hatte über den Städtetag und auch selbst bei Land und Bund nachgehakt. In einem Schreiben des Bundesumweltministeriums heißt es nun zum Thema: „Bei der Neuerrichtung des Gebäudes gelten in Bezug auf den Retentionsausgleich jedoch keine schärferen Anforderungen als bei dem ursprünglichen Gebäude. Der Bezugspunkt für verloren gehenden Rückhalteraum ist der bisherige Status quo der Bebauung (also nicht die unbebaute Fläche nach Abriss).“

Am Neckar prüft die Stadt derzeit in Sachen Hochwasser, ob der Damm unterhalb der Kläranlage etwas erhöht wird, damit bei einer Überschwemmung mehr Wasser zurückgehalten werden kann. Wasser, das dann nicht mehr die Altstadt bedroht, erklärt Heike Weißer, die beim Tübinger Tiefbauamt den Bereich Wasserwirtschaft leitet.

Auch im Derendinger Gewerbegebiet Steinlachwasen gibt es Neues zum Thema. Weil bei all den aktuellen oder geplanten Firmenerweiterungen (Erbe, Horn, Osiander) irgendwann die Parkplätze ausgehen, muss Parkraum her. Frohe Kunde kommt aus Stuttgart: Ein Parkhaus auf einem Erbe gehörenden Areal am Mühlbach könnte wohl ohne Retentionsausgleich gebaut werden – auf Stelzen. Dazu Palmer: „Wir haben jetzt das Signal bekommen: Das Ministerium teilt unsere Auffassung, dass das möglich ist.“

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29.09.2014, 12:00 Uhr

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