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Luftfahrt

Passagier brutal aus Flieger gezerrt

Vier Leute sollen aus einem überbuchten US-Flugzeug steigen. Ein Mann weigert sich und wird von Sicherheitskräften vom Sitz gezogen. Dies ruft in den sozialen Medien Empörung hervor.

12.04.2017
  • DPA

Washington. Grob zerren Sicherheitskräfte den Mann aus seinem Sitz und schleifen ihn durch den Flugzeuggang Richtung Ausgang – direkt vor den Augen der Passagiere des voll besetzten Fliegers der Fluggesellschaft United Airlines. Einige filmten die brutale Szene, in den sozialen Netzwerken werden die Videos millionenfach geklickt und rufen einen riesigen Sturm der Empörung hervor.

Die Videos zeigen auch, dass der Mann kurz darauf nochmal an Bord kommt, mit blutigem Mund und offensichtlich verwirrt. Immer wieder sagt er: „Ich muss nach Hause.“

Die Gesellschaft United Airlines hatte den Flug 3411 von Chicago (Illinois) nach Louisville (Kentucky) überbucht, eine übliche Praxis bei den Fluggesellschaften. Vier Sitzplätze sollten für eine Crew der Airline geräumt werden, denn diese musste am nächsten Morgen in Louisville sein.

Wie unter anderen die Zeitung „Chicago Tribune“ berichtete, bot die Airline den Fluggästen eine Entschädigung an, wenn sie auf den Flug verzichteten. Doch keiner der Passagiere meldete sich freiwillig – also entschied der Computer per Zufall.

Drei der vier ausgewählten Passagiere stiegen ohne Zwischenfall aus dem Flugzeug, sagte ein Sprecher der United Airlines der „New York Times“. Doch ein Passagier weigerte sich, seinen Sitz zu verlassen – mit dem Hinweis darauf, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag zu seinen Patienten. Die United-Mitarbeiter riefen schließlich die Sicherheitskräfte, einer schleifte den wehrhaften Passagier aus dem Flieger. Der Sicherheitsbeamte wurde inzwischen von der zuständigen Behörde beurlaubt.

Oscar Munoz, Vorstandsvorsitzender der Fluggesellschaft, hat sich für den Vorfall am Sonntag entschuldigt. „Das ist ein Vorgang, der uns alle hier bei United ärgert. Ich entschuldige mich dafür, dass diese Passagiere neu untergebracht werden mussten“, sagte er in einem Statement.

„Neu untergebracht“, diese Formulierung sorgte für noch mehr Entrüstung. „Hören Sie mit diesen fadenscheinigen Entschuldigungen auf, Sie sollten sich lieber dafür entschuldigen, dass Sie Menschen wie Tiere behandeln und zahlende Kunden für Ihre eigene schlechte Planung bestrafen“, schrieb etwa eine Nutzerin auf Facebook. Viele riefen auch dazu auf, keine Flüge mehr bei United Airlines zu buchen – dann würde das Unternehmen bald keine Probleme mehr mit überbuchten Flügen haben. (mit dpa)

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12.04.2017, 06:00 Uhr

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