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Verkehr

Passagiere bis Montag gestrandet

Viele Fluggäste eines betrunkenen Co-Piloten konnten erst gestern weiterreisen. Ihm droht ein Strafverfahren.

27.03.2018
  • THE/TK/DPA

Stuttgart. Nachdem am Flughafen Stuttgart ein Flug der portugiesischen Airline TAP wegen eines betrunkenen Co-Piloten gestrichen werden musste, waren noch bis gestern Passagiere gestrandet. Einige befänden sich „noch im Lande“, wie Beate Schleicher, Pressesprecherin am Airport, auf Anfrage mitteilte. Um wie viele Fluggäste es sich handelt, konnte sie nicht sagen. „Die Mehrheit der Passagiere ist bereits in Lissabon angekommen, da sie Plätze auf nachfolgenden Flügen bekommen haben, andere sind noch unterwegs und einige haben ihre Reisetermine ihren Wünschen entsprechend umgeändert“, teilte eine Sprecherin der Airline am späten Nachmittag mit.

Am Freitag war Flug TP523 von Stuttgart nach Lissabon kurz vor dem Start gestrichen worden, als einem Mitarbeiter des Flughafens der unsichere Gang und starker Alkoholgeruch des Co-Piloten auffiel. Die Luftaufsicht und die Polizei holten ihn aus dem Cockpit. 106 Passagiere mussten in Stuttgart bleiben, viele konnten aber spätere Flüge nehmen.

Strenge Vorschriften

„Grundsätzlich müssen Piloten in Europa acht Stunden vor Flugbeginn nüchtern sein“, erklärt Uwe Harter, der im Vorstand der Pilotenvereinigung Cockpit für Flugsicherheit zuständig ist. In Deutschland sind es sogar zwölf Stunden, und je nach Airline kann es individuell sogar eine Frist von bis zu 24 Stunden geben. Laut Harter setzt sich die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) mit Sitz in Köln derzeit mit niederschwelligen Hilfen auseinander. Piloten mit Alkoholproblem könnten sich im Vertrauen an Kollegen wenden – ein sogenannter „Peer Group Support“, also Hilfe unter Kollegen. Nach so einem Gespräch hätte sich der Pilot dann beispielsweise krank melden können.

Die Folgen sind für den 40-Jährigen nun gravierend: „Das ist eine Straftat“, sagt Harter. Der Portugiese werde wegen versuchter Gefährdung des Luftverkehrs angeklagt, ihn erwarte ihn eine Geldstrafe und der Entzug der Fluglizenz. Die Dauer des Lizenzentzugs sei schwer abzusehen, der Weg, sie wiederzuerlangen, „sehr schwierig“. Tobias Herrmann, Tobias Knaack (mit dpa)

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27.03.2018, 06:00 Uhr

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