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Kreativer Kapitän

Paul Jansen wurde als Schulleiter des Paul-Klee-Gymnasiums in den Ruhestand verabschiedet

Zur Verabschiedung von Oberstudiendirektor Paul Jansen kamen am Montagabend gut 150 Gäste ins Foyer des Paul-Klee-Gymnasiums (PKG). Jansen geht nach sieben Jahren Schulleitung in den Ruhestand, sein Amt übernimmt Andreas Gathmann.

29.07.2014
  • Dunja Bernhard

Rottenburg. Viele Wochen des Räumens und Sortierens lägen hinter Paul Jansen, sagte der stellvertretende Schulleiter Willi Gauß. Es habe viele letzte Male gegeben. „Erst heute Morgen sagtest du zu mir: Das ist der letzte Montag.“ Oft habe Jansen, der ein Jahr früher als üblich in den Ruhestand geht, den Gedanken geäußert: „Warum bleibe ich nicht noch ein Jahr.“ Doch die Entscheidung war gefallen und nicht rückgängig zu machen. Wie sehr Jansen das PKG prägte, ließe sich daran ablesen, dass es gelegentlich auch schon Paul-Jansen-Gymnasium genannt wurde.

Zutiefst bewegten den scheidenden Schulleiter die Worte der Schülervertreterin Pauline Tränkner. Die Schule sei wie ein Schiff nicht einfach zu steuern. Dazu brauche es einen Kapitän und eine gute Mannschaft. Jansen sei ein guter Kapitän gewesen, der auch bei kaltem Wind und Unwetter nicht aufgegeben habe. Er habe in die Schülern oft mehr Hoffnung und Zutrauen gehabt, als sie selbst, sagte Tränkner.

Als er vor sieben Jahren den Posten übernahm, sei er für die Schüler der Schulleiter gewesen, der Zeugnisse unterschrieb. Doch schnell sei er für sie auch Lehrer, Vertrauensperson und gar Sekretär geworden. „Wenn man morgens anrief, um sich krankzumelden, hatte man oft Herrn Jansen am Telefon.“ Durch die Gänge sei er häufig mit einem verschmitzten Lächeln gegangen. Zornig sei er nur bei Unehrlichkeit und Vandalismus geworden. Doch schnell seien sein Humor und seine Kreativität wieder durchgekommen. Nachdem die Jungentoilette wochenlang immer wieder verwüstet worden war, habe er eine Glastür einsetzen lassen. „Der Zustand der Toilette ist seitdem einwandfrei.“

Jansen habe den Elternbeirat vom ersten Tag an mit seinem Wissen beeindruckt, sagte Jens Geissler, Elternbeiratsvorsitzender. „Und sein Wissen war immer unser Vorteil.“ Wenn er meinte, die Ideen des Elternbeirats seien zum Scheitern verurteilt, habe er gewarnt: „Ich fürchte, da werden sie einen Desillusionierungsprozess durchmachen.“

Warum auf jedem Stuhl ein buntes Schokoladentäfelchen gelegen hatte, erfuhren die Gäste von Studienrätin Christina Jung. Sie dienten zur Bildung von verschiedenen Kompetenzgruppen. Jansen habe so in den Gesamtlehrerkonferenzen zufällige Gruppen zusammengestellt. „Wenn die Gäste mit den gelben Schokoladen jetzt noch Stifte aus dem Sekretariat holen, haben wir auch die Vorgabe des bewegten Unterrichts erfüllt.“

Eigener Sohn lehrte ihn neuen Blick auf Schule

Die entspannte Zusammenarbeit mit Jansen habe stets mit viel Kaffee, aber leider ohne Kekse stattgefunden, sagte Lehrerin Nora Bischoff-Nuthmann. Jansens Nachfolger Andreas Gathmann bekam vom Kollegium deshalb neben einem Schul-T-Shirt auch eine Dose Kekse – damit sich die Versorgung der Lehrerkonferenz bessert.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“, habe Jansen als Spruch auf seine Weihnachtspost geschrieben, sagte Susanne Pacher, Präsidentin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium Tübingen. Diese Aussage von Augustinus Aurelius charakterisiere den scheidenden Schulleiter, der auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur machte, sehr gut. In seiner Amtszeit habe das Zweite Städtische Gymnasium einen neuen Namen, ein Kunstprofil, die Ganztagesbetreuung und ein Mentorensystem bekommen.

Der Abschiedsmarathon sei auf der Zielgeraden angekommen, resümierte Jansen. Seinem Stellvertreter dankte er, für Loyalität und weitgehend konfliktfreie Zusammenarbeit. Er sei seiner Gestaltungslust mit dem Blick für umsetzbare Strukturen begegnet. Bei seinem Sohn dankte er sich dafür, dass er ihn Schule aus Lehrer- und Vatersicht erleben ließ. „Da habe ich erfahren, was Schule mit Schülern macht, nicht macht und nicht machen sollte.“

Die „Singing Sisters“ des PKG sorgen für die musikalische Umrahmung. Sie wurden am Schlagzeug von Fabian Flaisch, einem Schüler der Lindenschule begleitet. „My sweet heart, it’s time to go“, sang der Schüler-Eltern-Lehrer-Chor zum Abschied.

Paul Jansen wurde als Schulleiter des Paul-Klee-Gymnasiums in den Ruhestand verabschiedet
Der neue und der alte Rektor am Rottenburger Paul-Klee-Gymnasium: Andreas Gathmann (links vorne stehend) ist neuer Leiter der Schule, Paul Jansen (rechts neben ihm) geht in Ruhestand.Bild: Bernhard

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29.07.2014, 12:00 Uhr

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